Kategorie-Archiv: Krimiautor Pfridolin

Ein schwarzes Pferd mit offenem Maul. Es sieht aus, als würde es lachen.

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Um uns schon mal auf unsere Tätigkeit im Krimi vorzubereiten, haben Faxe und ich jetzt als fünftes Standbein eine freiberufliche Ermittlertätigkeit aufgenommen. Wir nennen uns dabei „die zwei Fragezeichen“. So eine kriminalistische Tätigkeit will nämlich gelernt sein, das kann man nicht einfach so. Ich selbst bin ja glücklicherweise ein Naturtalent und kann eigentlich alles, was ich will, aber Faxe fehlt eindeutig die praktische Erfahrung und vor allem die sachkundige Anleitung durch das Naturtalent.

Welcher Krimi, fragt ihr. Das könnte ich mich auch fragen, wenn ich nicht genau wüsste, dass tief in mir drinnen gerade ein kreativer Prozess stattfindet und mit Macht nach außen drängt. Mit anderen Worten: Ich muss es nur noch aufschreiben. Faxe lästert immer, man sähe mich nie schreiben, aber der hat ja keine Ahnung, wie wir Künstler arbeiten.

Ich muss also das Ergebnis meiner schöpferischen Tätigkeit nur noch zu Papier bringen, aber das geht ja Ratzfatz, und dann bricht der Geld- und Möhrensegen über mich herein. Dann müssen Faxe, Else und Stuti immer nett zu mir sein, jawohl :) Stuti ist ja immer nett, die kann gar nicht anders <3 , aber für Else wird das eine gewaltige Umstellung.

Bis dahin haben Faxe und ich uns auf das Wiederfinden verschwundener Gegenstände spezialisiert. Zum Beispiel wissen wir jetzt, wo verlorene Hufeisen hingehen. Wenn die sich einmal verirren und nicht mehr bei ihrem Pferd sind, halten sie sich meistens auf dem matschigen Wegstück beim hinteren Wäldchen auf. Oder verlorene Longierpeitschen: Die sind im Longierpeitschen-Nirvana, das direkt hinter dem Longierzirkel beginnt. Ihr seht also: Mit dem Ermitteln kennen wir uns aus. Getreu dem Motto „Wat nix kost‘, is‘ auch nix“ sind wir (natürlich) teuer. Wir wollen uns ja nicht mit Kleinkram abrackern, sondern mindestens Kunstschätze suchen.

Ein weiteres Beispiel, um unsere überzogenen Honorarforderungen zu rechtfertigen: Letztens haben wir im Unterricht gehört, dass Stutis Reiterin öfter mal die Bügel verliert. Wir haben also jetzt beide gut aufgepasst (ich musste Faxe allerdings wiederholt korrigieren und darauf aufmerksam machen, worauf es ankommt – merke: bei einer Observation braucht man ausreichend Proviant) und schlussendlich festgestellt, dass der Bügel gar nicht verloren war, sondern der Fuß der Reiterin sich einfach nicht merken konnte, wo er abgeblieben war. Menschen, ne. Wenn sie nicht so putzig und unterhaltsam wären, wären sie wahrscheinlich längst ausgestorben.

Wenn euch also die Mona Lisa oder das Bernsteinzimmer abhandengekommen ist, wisst ihr ja jetzt, wen ihr mit der Suche beauftragen könnt 😉

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Null Null Pfridolin

Herrgott, was für ein Durcheinander. Jetzt habe ich gerade Faxe gebändigt und ihm seine fixe Idee ausgeredet, in meinem noch zu schreibenden Krimi als ultimativer Oberschurke aufzutreten, da kommt auch schon Stuti an und will geheimnisvolle Geheimagentin sein. Und Else hat ein Nüsternnetz und behauptet allen Ernstes, das würde sie zur Banditin qualifizieren. Faxe hat sich übrigens nur darauf eingelassen, die Rolle des attraktiven Bösewichts freizugeben, wenn ich ihn Detektiv sein lasse. Na klasse.

Leute, so geht das nicht. Das Leben ist doch kein Ponyhof Wunschkonzert.

Also nochmal zum Mitschreiben: Es gibt keinen attraktiven Bösewicht, sondern einen attraktiven Detektiv, und das bin ich. Ok, ok, ich gebe zu, das war auch mal anders. Auch ich habe darüber nachgedacht, attraktiv und böse zu sein, weil mir eine kluge Freundin gesagt hat, die Mädchen würden den Bösewicht mögen. Das hat mich innerlich eine Zeitlang ins Wanken gebracht, aber jetzt ist mir klar, dass ich der Detektiv bin, weil der nämlich gewinnt.

Und wenn die Frau solange die Finger von meiner Mähne lässt, bin ich auch attraktiv und kann die hübschen Mädels abgreifen. So einfach ticken wir Männer 😉

Stuti und Else dürfen gern in geheimnisvoller Art und Weise meinen Weg kreuzen, aber (und das ist wichtig!) sie müssen mich gewinnen lassen. Und Faxe kann meinetwegen gutaussehender Meisterdieb sein, so Ocean’s 11 12 13 –mäßig, muss dann aber in einem anderen Buch mitspielen.

Das hört sich jetzt hart an, aber so ganz unter uns: Seine kriminelle Energie beginnt beim Öffnen der Boxentür und hört bei Jackentaschen auf. Gut, das ist respektabel, aber für einen internationalen Krimi-Bestseller reicht das nicht aus. Wenn er die Tür der Futterkammer aufbekommt UND die einzelnen Futtertonnen, können wir gern noch einmal darüber reden. Ich bin sachlichen und vernünftigen Argumenten durchaus zugänglich 😉

Oh, und außerdem mag ich Stutis Spezialfutter. Es steht, wenn man in die Futterkammer reinkommt, direkt links in der grünen Tonne. Das ist die, die so schwer aufgeht 😉

Faxe mit Reiter im Schattenriss. Der Reiter trägt Hut und Mantel und sieht verwegen aus. Faxe auch.

Zum Beispiel Faxe

Ach je. Das Krimischreiben gestaltet sich (noch) schwieriger als erwartet. Zum einen fehlt die Handlung, zum anderen die Rollenverteilung. Ich hatte es befürchtet.

Zum Beispiel Faxe. Er hat mich ja auf die Idee gebracht und ist jetzt meine Teilzeit-Muse. Ich hatte ihn im Krimi als Hilfsdetektiv eingeplant. Kennt man ja. Der Held hat praktisch IMMER einen Helfer. Batman hat Robin, Sherlock Holmes hat Dr. Watson, Derrick hat Harry und Kara Ben Nemsi seinen Hadschi Halef Omar.

Harry Potter und Aragorn Familie Beutlin haben sogar mehrere. Aber Faxe und ich sind uns gerade nicht einig, wer denn da nun der Held ist und wer nicht 😉

Praktisch genauso wie jetzt bei uns: Natürlich bin ich Held, Oberdetektiv, Geheimagent und coole Sau in einem und Faxe nicht. Faxe ist süß und flauschig und somit der perfekte Assistent, bei dem sich – zum Beispiel 😉 – die Frauen verplappern, weil sie ihn für harmlos halten.

Aber nein, Faxe will groß und böse sein. Zumindest im Krimi. Im Ernst jetzt– er will der Mörder sein, auch wenn er am Ende ganz klar unterliegt. Kommissar Pfridolin deckt nämlich scharfsinnig und erbarmungslos auch das kleinste Verbrechen auf, damit das klar ist :)

Und mal ganz unter uns: Ein putziger Tinker mit ordentlich frisierten Füßen ist einfach kein fieser, gefährlicher Oberschurke. Ohne mich ist er doch hilflos. Außer wenn es ums Deckenausziehen, Abhauen aus der Box und Einbrüche in die Futterkammer geht 😉

Pfridolin Blog 940

Krimiautor Pfridolin

Ich bin ja jetzt schon länger auf Facebook und seit neuestem habe ich dieses Blog.  Ich habe nämlich im Lauf der Zeit gemerkt, dass  in mir gewaltige schöpferische Kräfte wohnen, die entfesselt werden wollen. Mein Freund Faxe riet mir, doch einfach mal zu bloggen. Oder ein Buch zu schreiben. Hmm. Im Ernst jetzt?, fragte ich.  Doch, sagte Faxe, das wäre sein Ernst. Dann würde ich reich oder berühmt. Er fände reich praktischer,  dann könnte ich jeden Tag Möhren spendieren. Und außerdem wäre ich dann sinnvoll beschäftigt. Und er könnte sich um die Stuten kümmern, hehe.

Darüber musste ich erst mal nachdenken. Natürlich erst, nachdem er hoch und heilig versprochen hatte, die sehr neue, sehr nette Stute nicht anzugraben, weil ich die nämlich toll finde und sie nicht so garstig zu mir ist wie die anderen. 

Die Idee an sich war ja nicht schlecht, da käme mein Genie endlich mal zum Tragen. Und mal ganz  unter uns: Reich und berühmt wäre auch eine hübsche Kombination. Bestimmt würde das den Mädels auch gefallen, hehe.

Aber die Nachteile! Zuerst musste ich herausfinden, ob Faxe jetzt meine Muse wäre und was für Dinge wir miteinander tun müssten. Man hört ja so einiges. Und ehrlich: So gut wollte ich meinen haarigen Tinkerkumpel denn doch nicht kennenlernen.

Nach einigem Hin und Her haben wir uns auf Folgendes geeinigt:

-Wir mögen beide lieber Mädchen.

-Und Essen.

-Mädchen sind zickig.

-Essen nicht.

-Es geht nix über einen guten Kumpel, der nicht futterneidisch ist.

 

Ich glaube, das ist eine gute Arbeitshypothese. Sagt man so? Wo ich ja jetzt Autor bin, muss ich meinen Wortschatz um diese ganzen coolen Ausdrücke erweitern.  

Meine Teilzeitmuse Faxe sagt, Menschen finden Krimis toll. Also bin ich jetzt Krimi-Autor. Mit Blut und so. Aber nur ein bißchen, weil ich das eigentlich eklig finde.

Was ich noch herausfinden muss: Wie Krimis schreiben eigentlich geht. Und: Muss ich die Krimis aus meiner Box heraus verkaufen oder gibt es Zwischenhändler? Ich mag zwar gern Besuch haben, aber doch nicht dauernd. Dann hab ich ja gar keine Zeit mehr zum Essen.