Die Frau will Spo-ho-horen

Der Lutschi guckt ganz traurig, weil die Frau mit Sporen reiten will.

Einmal so reiten wie die im Fernsehen oder auf den tollen Videos, das wär‘s doch. Warum klappt das bei allen anderen, nur bei ihr nicht? Die Frau, meine sogenannte Besitzerin, betreibt Ursachenforschung und kommt schnell darauf, was ihr dazu noch fehlt: Die Sporen. Klar, oder? Alle reiten mit Sporen. Nur sie darf das nicht.

In der nächsten Reitstunde konfrontiert sie Frau Reitlehrerin mit ihrem allerneuesten Herzenswunsch. Und wie sie es sich schon gedacht hat, ist die dagegen. War ja irgendwie klar. Frau Reitlehrerin reitet selbst nie mit Sporen. Wahrscheinlich hat sie noch nicht mal welche. Und sie soll jetzt darunter leiden. „Die Frau will Spo-ho-horen“ weiterlesen

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Die Frau federt mit den Absätzen. Also, fast.

Die Frau federt mit den Absätzen. Zumindest theoretisch.

Neulich im Reitunterricht: Das Wetter ist schön, der Himmel lacht, sogar meine sogenannte Besitzerin guckt nicht ganz so grimmig verspannt konzentriert wie sonst. Dann lächelt Frau Reitlehrerin freundlich und kommandiert: „Antraben, aussitzen.“

Und zack, schlechte Laune. Ich setze mich trotzdem folgsam in Bewegung. Ihr kennt mich: „Stets hilfsbereit“ ist mein zweiter Vorname. „Die Frau federt mit den Absätzen. Also, fast.“ weiterlesen

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„Du hast mir ins Atmen gequatscht!“

Kann nur atmen, wenn sie sich konzentriert: Die Frau

Neulich im Reitunterricht: Die sogenannte Besitzerin sitzt auf mir rum. Ihre Beine sind lang und locker, der Rücken gerade (kein Hohlkreuz!), der Unterkiefer ist entspannt (ihrer und meiner). Sogar an das Daumendach auf den weichen Zügelfäusten hat sie gedacht. Außerdem ist ihre Gehirnaktivität ungefähr bei null, was ich sehr angenehm finde. Dann werde ich wach und setze mich in Bewegung, weil ich Frau Reitlehrerin sehe und sie begrüßen will. „„Du hast mir ins Atmen gequatscht!““ weiterlesen

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„Achtung, da reit ich immer lang!“

Ja, so ist sie, meine sogenannte Besitzerin. Flexibel wie eine Bahnschwelle und mindestens genauso beweglich.
Es fängt schon damit an, dass alles immer in der gleichen Reihenfolge gemacht werden muss. Bei der kleinsten Abweichung von der täglichen Routine wird sie komplett wuschig.

Zum Beispiel gehen wir zu Beginn der Reitstunde immer zwanzig Minuten Schritt. Auf dem zweiten Hufschlag. Ganze Bahn.
Immer.

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist, aber mir schalten sich die Synapsen schon ab, wenn ich die Reithalle nur von weitem sehe.
Während die Frau den zweiten Hufschlag dadurch markiert, dass sie eine Bob-Bahn in den ansonsten makellosen Sand fräst, guckt sie streng geradeaus.

Aufmerksamkeit ist wichtig und Reiten eine ernste Angelegenheit, vor allem, wenn man so profilneurotisch ist wie sie. Wenn es einen Pokal für die langweiligste Aufwärmeinheit ever gäbe, würde sie ihn gewinnen. Jeden Tag aufs Neue.

Und Gnade Gott dem armen Wurm, der so leichtsinnig ist und es wagt, ihren immergleichen Weg zu kreuzen. Schließlich reitet sie da IMMER lang, das dürfte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben.
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Zwischen Krampf und Koma – die Frau wackelt mit den Zehen

Die Frau federt mit den Absätzen. Zumindest theoretisch.

Da kennen wir uns nun schon so lange, aber sie überrascht mich immer noch. Die Rede ist von der Frau, meiner sogenannten Besitzerin. Aber ich glaube, sie hat selbst gestaunt.

Und passiert ist es – natürlich – im Reitunterricht. Da hat die Frau ja oft verwirrende Begegnungen mit sich selbst.

Wir eiern also verspannt auf dem Hufschlag herum, die Frau mit Hohlkreuz, hochgezogenen Knien und Eisenfäustchen, mit anderen Worten: im Dressurqueen-Modus. Ein geheimer Kummer scheint sie zu plagen, denn ihrer Brust entrinnen mehrere Seufzer. Meiner allerdings auch. Aber ich kenne sie ja und weiß, dass sie für gewöhnlich aus ihrem Herzen keine Mördergrube macht. Da erscheint auch schon Frau Reitlehrerin, die alles weiß und vor allem alles erklären kann.
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Keine Piaffe

Ein liegendes Pferd, das lächelt

Keine Piaffe. Noch nicht mal ein Trippeln auf der Stelle. Keine graziösen Traversalen oder Serienwechsel. Und dann noch dieser unbequeme Trab. Warum ist dieses Reiten bloß so scheißschwierig?, fragt sich die Frau stellvertretend für alle Mitleidenden und schiebt eine schwere Sinnkrise. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, kommt auch noch Frau Reitlehrerin dazu.
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Hau sie welche, die Sau!

Eine Reiterin mit Sporen

Waldini kennt ihr ja schon. Das ist der, für den die Welt meistens auf dem Kopf steht, weil ihn seine Besitzerin, die ich liebevoll auf den Namen Frau Rollkur getauft habe, genauso reitet. Bei ihrem garstigen Tun wird sie von ihrer Bereiterin unterstützt, die Waldini regelmäßig reitet, „um ihn weiter zu fördern“. Wobei auch sie Waldinis Nase nicht weiter runterziehen kann als bis zur Brust. Komischerweise treten die Hinterbeine dabei aber nicht weiter unter. Verrückt.
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Valegros Schwippschwager

Ein trabendes Pferd

Bei uns im Stall ist ein neues Pferd. Waldini heisst er und ist ein Turnierpferd. Das sagt jedenfalls seine Besitzerin. Ihren Namen kann ich mir nicht merken, weshalb ich sie der Einfachheit halber Frau Rollkur nenne. Waldini ist immer in seiner Box, seit er einmal auf der Weide einen Freudenausbruch hatte und beim Bocken aus Versehen ein Hufeisen verlor. Frau Rollkur war nämlich gar nicht darüber erfreut, dass der Schmied nicht sofort und auf der Stelle Zeit für sie hatte (in dem Punkt ähnelt sie der Frau. Die nimmt auch immer alles persönlich.).
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Slow Riding

Der Lutschi lächelt in die Kamera

Slow Food kennt ihr, oder? Halt das Gegenteil von Fast Food. Aber kennt ihr auch Slow Riding? Nein? Dachte ich mir. Das ist nämlich eine Erfindung der Frau, die mit der Behauptung, der Lutschi wäre nicht langsam, sondern versammelt, nicht durchgekommen ist.

Der Lutschi, der eigentlich Lucero heißt und unser spanisches Mähnenwunder ist, wird so genannt, weil er seine Umgebung vornehmlich mit dem Maul erkundet – er isst alles, was er findet, und was er nicht essen kann, wird zumindest angeknabbert, die Frau eingeschlossen. Sie ärgert sich dann zwar immer, aber wenn er sie mit seinem grenzdebilen Dackelblick anschmachtet, ist alles vergeben und vergessen.
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