„Außen mehr Gas!“

Das spanische Mähnenwunder

„Jaaaaaa, cool! Sehr cool! Sehr cool machst du das!“ Die Frau sitzt auf dem spanischen Mähnenwunder und schaukelt um einen anderen langhaarigen Zausel herum, der in der Zirkelmitte steht und alles cool findet, was sie tut. Beziehungsweise sehr cool. „Jetzt musst du mit dem Gebiss arbeiten! Und außen mehr Gas geben!“

Vom Paddock aus kann ich den Reitplatz sehen. Der Mann leistet mir Gesellschaft und gemeinsam bewundern wir den neuen Reitlehrer der Frau. „Nennt mich Jeff“, hat er sich vorgestellt. „Ist mein Künstlername.“ „„Außen mehr Gas!““ weiterlesen

Teilen mit:

Wenn es gut geht, guckt natürlich keiner

Ein gähnendes Pferd

Morgens im Stall, wenn es gerade hell wird und unsereiner noch kein Frühstück bekommen hat, schlägt ihre Stunde. Dann kommt die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, in den Stall geschlichen, um vor der Arbeit zu reiten. Verrückte Idee, wenn ihr mich fragt, aber mich fragt ja mal wieder keiner. Diese sensationelle Schnapsidee hat sie ganz allein entwickelt, und es ist ihr egal, dass ich das für Körperverletzung und seelische Grausamkeit halte.

Unsere kleine Dressurqueen hat nämlich wieder irgendwelche Reitprofis gestalkt und herausgefunden, dass viele die meditative Ruhe morgens im Stall schätzen. Wenn sich die Seele nochmal schnarchend im Bett umdreht und der Körper komatös hinterherhinkt, dann muss geritten werden. Auch wenn unsereiner gerade eben noch im Tiefschlaf war. Aber man ist ja von Haus aus Fluchttier, das passt dann schon. Von Null auf Hundert und Spiralen in den Augen in weniger als einer Millisekunde. „Wenn es gut geht, guckt natürlich keiner“ weiterlesen

Teilen mit:

Die Frau sitzt nach (und knickt in der Hüfte ein)

„Auf den Zirkel geritten!“, ruft Frau Reitlehrerin fröhlich und meine Reiterin (nicht fröhlich, wir kennen sie) wendet mich ab, auf eine eierige Umlaufbahn, deren Mittelpunkt Frau Reitlehrerin bildet. Die beobachtet uns kurz und stellt fest: „Du knickst in der Hüfte ein.“

„Wer, iiiiiich?“ Die sogenannte Besitzerin fühlt sich nicht angesprochen. Sonst ist aber keiner in der Halle. „Die Frau sitzt nach (und knickt in der Hüfte ein)“ weiterlesen

Teilen mit:

Mit deinem Pferd ist das ja total einfach

„Gibst du wohl den Huf!“ Die sogenannte Besitzerin zerrt an meinem Vorderbein. Ich habe beschlossen, heute mal meine standhafte, wenn auch verspielte Seite zu zeigen und stehe wie eine deutsche Eiche. Außer, wenn ich meinen Anbindestrick aufknote. Dann gehe ich weg. Aber eins nach dem anderen.

„Los jetzt, hoch mit dem Huf!“

Ich habe heute leider keinen Huf für dich. „Mit deinem Pferd ist das ja total einfach“ weiterlesen

Teilen mit:

Für euch gelesen: Alte Meister im Licht der Moderne

Der Lutschi liest "Alte Meister im Licht der Moderne"

„Hach, Reitkunst! Soooo schön“, murmelt die Frau, meine sogenannte Besitzerin, hingerissen, als sie das Buchcover zu Gesicht bekommt. „Levade! Hach!“ Und in ihren Augen blitzt es begehrlich, denn zum einen will sie das auch können, zum anderen zumindest ein Buch besitzen, in dem Levaden beschrieben werden. Und andere Lektionen der Hohen Schule auch. Denn, so ihr Gedanke: Von der Theorie zur Praxis ist es ja hoffentlich nicht weit, und so kann sie zumindest unsere Frau Reitlehrerin mit ihrem neuen Wissen beeindrucken. Und viele Fotos sind auch drin. Zack, gekauft. „Für euch gelesen: Alte Meister im Licht der Moderne“ weiterlesen

Teilen mit:

Spanischer Schritt. Olé und so.

Die Frau hat ein neues Projekt: wir sollen Spanischen Schritt lernen. Jetzt sollte man doch eigentlich meinen, dass der Lutschi, was ja unser spanisches Mähnenwunder ist, den schon quasi eingebaut hat, als Zusatzausstattung. Aber weit gefehlt. Der Lutschi ist froh, wenn er unfallfrei deutschen Schritt, Trab und Galopp absolviert, mit ausländischen Gangarten hält er sich nicht auf. Aber die Frau hat diesbezüglich einen ungesunden Ehrgeiz entwickelt und es muss jetzt unbedingt Spanischer Schritt sein. Weil, so ihre Begründung, der ganz toll für die Schulterfreiheit ist und weil – und jetzt haltet euch fest – man den für die Passage braucht. Passage. Ja, genauso habe ich auch geguckt. Von Piaffe sind wir meilenweit entfernt, aber wir planen Passage. Finde den Fehler 😛 „Spanischer Schritt. Olé und so.“ weiterlesen

Teilen mit:

Jaja heißt Leck mich am Arsch

Die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, ist neuerdings Zirzensik-Expertin. Wenn man nämlich die Einzige im Stall ist, die bestimmte Übungen macht, ist man dadurch automatisch Experte. Das spanische Mähnenwunder durfte sich ja schon mit dem Kontinent oder wie das heißt beschäftigen, jetzt bin ich dran.

„Sag mal Ja!“, fordert die sogenannte Besitzerin und guckt mich streng an.

Unter uns: Dieses Reiten wird total überbewertet, ich finde Rumstehen und Möhren essen viel angenehmer. Warum die Frau das Zirzensik nennt, ist mir nicht ganz klar. Macht aber nix. Ich gucke niedlich und überlege, wo sie wohl die Möhre versteckt hat.

„Sag mal JA!!“, wiederholt die Frau, diesmal etwas lauter. Witzig, dass sie immer denkt, ich hätte sie akustisch nicht verstanden. Ich sehe aber keinen Grund, von meiner bisherigen Taktik abzuweichen und gucke weiterhin niedlich. „Jaja heißt Leck mich am Arsch“ weiterlesen

Teilen mit:

Für euch gelesen: Sprachkurs Pferd. Pferdesprache lernen in 12 Schritten

Die sogenannte Besitzerin will ja immer mit den Tieren sprechen. Und wenn der Lutschi, was unser spanisches Mähnenwunder ist, und ich sie nicht gleich verstehen, wird’s auch mal lauter. Als ob es an unseren Ohren läge, wenn sich die Frau nicht verständlich machen kann! Also wirklich. Dann kam die Eso-Tante mit dem Pendel, die anhand eines Fotos festgestellt hat, dass wir einen interessanten Charakter haben, ich mehr als der Lutschi. Hat der Frau aber auch nix genutzt. Außer, dass der Geldbeutel jetzt nicht mehr so schwer ist, was sicherlich gut für den Rücken ist. Und dann kam Frau Reitlehrerin mit Ideen für Bodenarbeit und körpersprachliche Kommunikation und da hat die Frau dann schließlich eingesehen, dass man diese körpersprachliche Kommunikation lernen muss wie eine Fremdsprache. Und zum Glück gibt’s dafür ein Buch, wo man alles in Ruhe nachlesen kann, was man nicht gleich verstanden hat. „Für euch gelesen: Sprachkurs Pferd. Pferdesprache lernen in 12 Schritten“ weiterlesen

Wenn Reiten einfach wäre, … ist es aber nicht!

Ein Pferd liest ein Buch mit dem Titel "Wenn Reiten einfach wäre, würde es Radfahren heißen".

„Eigentlich ist Frau Reitlehrerin der einzige Mensch, der mich wirklich versteht. Manchmal ist es auch der Mann. Der ist nämlich immer entspannt und großzügig mit den Leckerlis. Die Frau wirft ihm mangelnden reiterlichen Ehrgeiz vor, aber nur, wenn er gerade keine Traversalen reitet. Da kriegt sie dann auch wieder schlechte Laune, aber anders. Weshalb sie kurzerhand beschließt, ab sofort Reitkunst zu treiben. Wo ich dann leider sagen muss: Kunst kommt von Können, und sie kann es nun mal nicht. Aber Hauptsache, Kunst, gell.“

*

Wenn Reiten einfach wäre, würde es Radfahren heißen. Diese bahnbrechende Erkenntnis verdanken wir keinem Geringeren als Pfridolin, dem charismatischen Fast-Hengst, und seiner Frau Reitlehrerin, die nicht nur alles weiß, sondern auch alles erklären kann. Ein Buch mit Lösungen für Probleme, von denen man noch gar nicht wusste, dass man sie hatte. Wieder begleiten wir Pfridolin und seine ehrgeizige Besitzerin, auch bekannt als „die Frau“, durch die Höhen und Tiefen des Reitunterrichts und beobachten, wie schnell so eine harmlose Reitstunde eskalieren kann. Die Frau nimmt es nämlich persönlich, wenn ihre reiterlichen Träume von Pi und Pa wie Plöppfolie platzen, weil es schon an den Basics hapert. Zum Glück hat Frau Reitlehrerin positive Vibes für eine Großfamilie und schafft es jedes Mal, dass alle Beteiligten mit einem guten Gefühl aus der Reitstunde gehen. Die besten Geschichten aus dem Blog und exklusive neue Abgründe aus dem Reiterleben.
Taschenbuch, 208 Seiten mit vielen Fotos. Verlag: BoD. ISBN: 978-3-7543-7825-0. 14,99 EUR, eBook: 4,99 EUR (nur für kurze Zeit!)

Über den Autor
Pfridolin Pferd ist ein Freizeitpferd, mit Betonung auf Freizeit. Wenn er gerade nicht schreibt, versucht er, seiner ehrgeizigen Besitzerin und ihren Dressur-Ambitionen aus dem Weg zu gehen.

Eine Übung namens Kontinent. Oder so ähnlich.

Wo ist sie denn, die Möhre?

Wir machen jetzt Möhren-Essen auf dem Reitplatz. Die sogenannte Besitzerin nennt es Zirzensik und fühlt sich unbeschreiblich wichtig. Das spanische Mähnenwunder und ich sagen „Snack“ dazu und finden es auch gut.

Im Wesentlichen stehen wir rum und die Frau wedelt mit Karotten, wobei sie sich lustig verrenkt. Im Moment steckt sie dem Lutschi von hinten nach vorn eine Möhre zwischen den Vorderbeinen durch, woraufhin der hektische Schnappbewegungen macht und versucht, die Möhre mitsamt Hand zu erwischen. Zuerst habe ich gedacht, die Übung heißt Krokodil, aber dann hat die Frau dem Mann erklärt, dass das Kontinent heißt. Oder so ähnlich, ich kann mir ja nicht alles merken 😛 Vielleicht war es auch Kontinenz? Irgendwas mit K halt. Wobei – wir haben es hier mit der sogenannten Besitzerin und den Stimmen in ihrem Kopf zu tun, da heißt es wahrscheinlich Kompromiss. „Eine Übung namens Kontinent. Oder so ähnlich.“ weiterlesen

Teilen mit: