Für euch gelesen: Mein Leben mit den Pferden

Für euch getestet: Mein Leben mit den Pferden

„Ach schön! Guckt mal, wie die da liegen!“ Begeistert zeigt die sogenannte Besitzerin auf ein Buchcover. Vorsichtig schleichen das spanische Mähnenwunder und ich näher – man kennt sie ja, nicht, dass das nachher noch in Arbeit ausartet.

Und stellen fest, ja, sie hat recht. Das Cover ist wirklich wunderschön und der Herr Valoo und die Frau Röckener liegen ganz herzallerliebst beisammen im Gras. Und gearbeitet wird woanders. Hier geht es nämlich in erster Linie darum, ein gutes Verhältnis zum Partner Pferd aufzubauen, damit man die wunderbaren Ideen aus dem Buch auch umsetzen kann. Was nicht heißen soll, dass das immer einfach ist, aber mit Geduld und Spucke (und leider ohne Leckerli) kriegt man schon vieles hin. „Für euch gelesen: Mein Leben mit den Pferden“ weiterlesen

Der verwahrende Schenkel, das unbekannte Wesen

Zwei Pferde mit Bad Hair Day

„Guck mal, Seitengänge!“, jauchzt die sogenannte Besitzerin, als wir auf dem Zirkel um Frau Reitlehrerin herum schrägeln. „Im Trab und im Galopp!“

„Fehlender äußerer Schenkel“, diagnostiziert Frau Reitlehrerin. „Du reitest ja auf dem Zirkel , um den Pfridolin zu biegen.“

Tue ich das? Ist der Frau zwar neu, aber sie nickt sicherheitshalber.

„Und da biegst du den Pfridolin um den inneren Schenkel.“

„Ganz genau“, strahlt die Frau.

„Und damit er mit der Hinterhand nicht ausweicht – was du für Seitengänge hältst -, benutzt du deinen äußeren Schenkel.“

„Aha.“ Und auf ihrer Stirn steht die Frage: Und was mache ich damit?

„Du legst ihn verwahrend zurück. Und immer, wenn die Hinterhand nach außen ausweichen möchte, übst du Druck aus. Nicht viel, nur als Erinnerung.“

„Verwahrend ist ein blödes Wort“, findet die Frau. „Verwahren, das heißt doch, dass man etwas aufbewahrt.“

„Oder gut darauf aufpasst“, findet Frau Reitlehrerin. „In diesem Fall passt der verwahrende äußere Schenkel auf die Hinterhand auf.“

„Ach so, ja. Und auf was genau passt der da auf?“, fragt die sogenannte Besitzerin, für die alles, was länger als fünf Sekunden zurückliegt, grauer Nebel ist. „Der verwahrende Schenkel, das unbekannte Wesen“ weiterlesen

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Für euch gelesen: Reiten nur mit Sitzhilfe

Ein Pferd liest ein Buch mit dem Titel "Reiten nur mit Sitzhilfe"

Die Frau bestellt ja gern Sachen im Internet. Manchmal, weil sie ihr gefallen, manchmal – und das kommt häufiger vor – weil sie sich etwas davon verspricht. Zum Beispiel, dass sie dadurch Reiten lernt. Genauer: Reiten nur mit Sitzhilfe. Frau Reitlehrerin spricht im Unterricht oft davon, dass es erstrebenswert wäre, das Pferd am Sitz zu haben, und das will die Frau jetzt auch. Praktischerweise gibt es ein Buch, das genau so heißt: Reiten nur mit Sitzhilfe. Zack, gekauft.

Das war einfach. Der schwierigere Teil kommt jetzt: Das Lesen (ja, es sind auch Bilder darin) und das Verstehen. Wobei man der Autorin keinen Vorwurf machen kann, wenn bei der Frau der Groschen nicht fällt. Denn mal ehrlich: wie lang versucht Frau Reitlehrerin schon, der Frau das Reiten beizubringen? Eben. „Für euch gelesen: Reiten nur mit Sitzhilfe“ weiterlesen

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Linksstellung = Teufelswerk

Zwei Pferde spielen miteinander

Linksstellung ist des Teufels. Ich habe so etwas noch nie gemacht und will auch gar nicht erst damit anfangen.

Aber der Reihe nach. Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht: Frau Reitlehrerin ist wieder da und ich muss in Linksstellung laufen. Gern auch in Linksbiegung, wir wären ja schließlich auf dem Zirkel, wie Frau Reitlehrerin mit einem schelmischen Lächeln verkündet. Hmpf.

Man darf nämlich endlich wieder Reitunterricht nehmen – jedenfalls bei uns in der Gegend. Einzeln und draußen. Und das, wo die sogenannte Besitzerin alles andere als wetterfest ist. Aber egal, ich hatte mich schon darauf gefreut, Frau Reitlehrerin wiederzusehen, damit die der Frau die Flausen einzeln und nacheinander austreibt. Zuletzt waren wir ja beim intuitiven Reiten gelandet, wobei sich die Hilfengebung der Frau ungefähr an dem orientiert, was ihr die Stimmen in ihrem Kopf gerade eingeflüstert haben. „Linksstellung = Teufelswerk“ weiterlesen

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Alte Meister oder alte Schwurbler?

„Also so, wie die das reitet, ist es aber nicht klassisch!“ Mit zusammengekniffenen Augen beobachtet die Frau, wie mein Kumpel Heinzi von einer Bereiterin nach allen Regeln der Kunst malträtiert wird. Vorn wird festgehalten, hinten mit den Sporen gebohrt.

Der Mann guckt fragend und sie erklärt: „Hand ohne Bein, Bein ohne Hand heißt es ja so schön. Das macht die ja gar nicht.“

„Das ist ein Zitat von Baucher, das ist ja wohl kaum ein Klassiker. Die Aussage an sich macht Sinn, aber ich würde Baucher nicht als alten Meister bezeichnen“, mischt sich Frau Reitlehrerin ein, die zufällig vorbeikommt.

„Wieso nicht? Der ist schon lange tot und hat eine Reitlehre geschrieben. Das ist ja wohl genau das, was einen alten Meister ausmacht“, empört sich die sogenannte Besitzerin. „Alte Meister oder alte Schwurbler?“ weiterlesen

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Für euch getestet: OsteoDressage Onlinekurs Trainingsplanung und Exterieur

Die sogenannte Besitzerin hält sich ja gern für ein Naturtalent und kommt damit teilweise auch durch. Hauptsächlich, weil sie keinen Widerspruch dagegen zulässt und jeden in Grund und Boden quatscht, der das Gegenteil behauptet. Nur blöd, wenn man insgeheim das Bedürfnis nach hochwertigem Input hat, aber corona-bedingt den gewünschten Unterricht nicht bekommt. Oder man einfach in der falschen Weltgegend wohnt. Was also tun? Richtig, Onlinekurse gucken!

Mit Seitengängen und Trainingstherapie kennt sich die Frau ja ihrer Meinung nach aus. Was also fehlt? Genau, Trainingsplanung. Unter besonderer Berücksichtigung des jeweiligen Exterieurs, versteht sich. Nicht so stumpf 0815-Training, nein, es darf schon individuell sein. Auf die zarten Körper vom spanischen Mähnenwunder und von mir maßgeschneidert. „Für euch getestet: OsteoDressage Onlinekurs Trainingsplanung und Exterieur“ weiterlesen

Du musst es füüüüüüüüühlen. Füüüüüüüüüüüühlst du es?

Auf der Flucht

Wir haben jetzt eine Klangschale. Eine Müslischale hat jeder, aber wir haben eine Klangschale. Ommmm. Damit wir mehr zur Ruhe kommen, brauchen wir die, hat die Frau gesagt. Als sie angefangen hat, damit rumzugongen, konnten das spanische Mähnenwunder und ich drei Tage lang nicht schlafen. Aber egal, die sogenannte Besitzerin ist seit neuestem hochsensibel und hat Kontakt zu anderen Welten, die so rein gar nichts mit der langweiligen Realität zu tun haben. Und dabei ist sie nicht allein. Nein, Frau Horsti, ihre beste Freundin, ist auf dem gleichen Trip.

„Mein Krafttier ist ja das Reh“, hat die ihr kürzlich anvertraut, und da war die Frau doch ein klein wenig beleidigt, weil auch ihr die höheren Mächte ein Reh als Krafttier zugeordnet haben. Komisch, keiner hat den Nacktmull oder die Blindschleiche. „Mein Krafttier ist ja der Ochsenfrosch, weil die coolen Tiere alle schon weg waren“ – wie hört sich das denn an. Also haben sich die beiden übergewichtigen Rehlein auf unentschieden geeinigt und sind halt jetzt unterschiedliche Rehe. Wie Ernie und Bert – beides Plüschpuppen, aber eben unterschiedliche. Das von der Frau ist weiß, weil ihr das besonders mystisch vorkommt. Sie ist nämlich nebenbei Schamanin in Ausbildung, da braucht man sowas. Und Zauberkräuter, mit denen sie mystisch herumwedelt. Die riechen zwar genau wie Faxes Hustenkräuter, aber egal. „Du musst es füüüüüüüüühlen. Füüüüüüüüüüüühlst du es?“ weiterlesen

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Der Unsichtbare und andere Zeitgenossen

„Und? Was macht die Stallsuche?“, erkundigt sich die Frau, während sie an mir herumschrubbt. Gefühllos, wie das so ihre Art ist. Ich möchte das an dieser Stelle mal anmerken.

„Oh, die ist … dynamisch“, kichert die Angesprochene. Es handelt sich um Horstis Besitzerin. Horsti steht neben mir am Anbinder und wird ebenfalls geputzt, aber auf deutlich zartfühlendere Art, wie ich neiderfüllt feststelle.

„Wieso denn das?“

„Na ja, die Stallbesitzer sind schon komisch. Der eine zum Beispiel. Da hab ich angerufen, weil er freie Boxen inseriert hat. Am Telefon hat er mich erst mal angeschnauzt, weshalb ich ihn anrufe und nicht das Mädchen, dass sich bei ihm darum kümmert.“

„Weil seine Telefonnummer bei der Anzeige steht, nehme ich mal an.“

„Genau. Und dann wollte er von mir wissen, warum ich überhaupt ein Pferd habe, die Biester würden doch nur Arbeit machen.“

„Wo er recht hat, hat er recht“, konstatiert die Frau. „Der Unsichtbare und andere Zeitgenossen“ weiterlesen

Für euch getestet: OsteoDressage Onlinekurs Trainingstherapie – Rehatraining und Prävention

OsteoDressage in Action

Ihr kennt ja den Lutschi, unser zerbrechliches spanisches Pflänzchen. Eigentlich heißt er Lucero, aber weil er die orale Phase nie so richtig überwunden hat, wird er Lutschi genannt. Dementsprechend barock gestaltet sich auch seine Figur. Man sagt den iberischen Pferden ja Anmut und Grazie nach. Gegen solche Unterstellungen verwahrt sich der Lutschi. Sein volles Potential entfaltet sich erst, wenn er vor der gut gefüllten Futterkrippe steht. Mit anderen Worten: Er ist ein Körperklaus und stolz darauf. Ich kenne kein anderes Pferd, das mit einer so atemberaubenden Dämlichkeit über seine eigenen Füße stolpern kann. Bei einer solchen Gelegenheit hat er sich mal einen zünftigen Sehnenschaden eingefangen, wir erinnern uns.

Als also unsere sogenannte Besitzerin von dieser Fortbildung speziell für Trainer und sonstige Betroffene hörte, wusste sie deshalb sofort: die oder keine. Schließlich kann sich keiner so gut um das arme kranke Tuck-Tuck den Bruchpiloten kümmern wie sie selbst, und irgendwie fühlt sie sich auch als Trainer. Einfach so, weil sie halt in jeglicher Hinsicht ein Naturtalent ist. Und weil man schon seit ewigen Zeiten wegen Corona keinen Unterricht nehmen darf. Da vergisst man anscheinend schnell, was einen richtigen Trainer ausmacht. Die Frau ist auf jeden Fall BERUFEN, sagt sie. Na dann. „Für euch getestet: OsteoDressage Onlinekurs Trainingstherapie – Rehatraining und Prävention“ weiterlesen

Warten auf Doktor Mitternacht

Das spanische Mähnenwunder gähnt furchterregend.

„Ganz schön dunkel.“

„Mhm.“

„Meinst du, er kommt noch?“

„Er hat es versprochen!“ Im Brustton der Überzeugung.

„Das hat er gestern auch schon. Und vorgestern. Und vorvorgestern.“

„Am Telefon hat er gesagt, er wäre unterwegs.“

„Unterwegs wohin, fragt man sich.“

„Immer bist du so negativ eingestellt! Wenn ich Tierarzt wäre, würde ich jetzt auch nicht mehr kommen wollen, bei deinen negativen Schwingungen.“ „Warten auf Doktor Mitternacht“ weiterlesen

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