„Fühl doch mal!“

Das spanische Mähnenwunder im Sonnenschein

„Fühl doch mal“, lockt Frau Reitlehrerin, doch meine sogenannte Besitzerin verweigert sich. „Spür, wie die Bewegung durch deinen Körper hindurchfließt!“

Die Frau schüttelt bockig den Kopf. „Das fließt nicht, das fühlt sich irgendwie nach nix an. Außerdem ist Schritt reiten blöd und langweilig.“ Um ihre Aussage zu bekräftigen, zieht sie die Schultern hoch und guckt böse. „„Fühl doch mal!““ weiterlesen

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Auf der Suche nach Frau Reitlehrerin. Und einer Reitweise, die auch für Untalentierte geeignet ist.

Das spanische Mähnenwunder

Man glaubt es kaum, aber die Frau hat eine Freundin. Die ähnlich talentiert ist wie meine sogenannte Besitzerin, nämlich gar nicht. Und diese Freundin hat ein Pferd namens Horsti. Horsti durchlebt an ihrer Seite alle Phasen der reiterlichen Verirrungen, genau wie ich. Mit einem Unterschied: er hat keine Frau Reitlehrerin, die ihn vor den ärgsten Auswüchsen beschützt. Ich sage nur Piaffe! Aber das soll sich jetzt ändern, denn Horstis Besitzerin sucht eine neue Reitlehrerin.

„Letztens hatte ich eine Probestunde in der Akademischen Reitkunst“, erzählt sie gerade.

Reitkunst. Die Frau guckt neidisch. Reitkunst würde sie auch gern können. Und akademisch hört sich sehr gebildet an. „Auf der Suche nach Frau Reitlehrerin. Und einer Reitweise, die auch für Untalentierte geeignet ist.“ weiterlesen

In die Wendung drehen like a Fragezeichen

Das spanische Mähnenwunder läuft rum und findet sich schön.

Einmal einen schönen runden Zirkel hinkriegen und dann was anderes machen, das wärs doch. Statt dessen nötigt mich meine ungeschickte, aber hochmotivierte Besitzerin, auch bekannt als „die Frau“, zu einem Achteck nach dem anderen. Mit Ausbeulungen an Stellen, wo keiner mit gerechnet hat und wo definitiv auch keine hingehören. Nach der drölfzigsten Zirkelrunde erbarmt sich Frau Reitlehrerin, die zufällig gerade vorbeikommt, und bietet eine Spontanreitstunde an.

„Aha“, erwidert die Frau misstrauisch. Die will sich doch nur an mir bereichern, denkt sie. Laut fragt sie: „Wieso denn das?“

Frau Reitlehrerin strahlt: „Ich glaube, ihr habt euch da gerade festgefahren und da würde ich euch gern helfen.“

Bevor es noch schlimmer wird, denke ich und unsere Blicke treffen sich. „In die Wendung drehen like a Fragezeichen“ weiterlesen

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Immer noch keine Piaffe – das neue Buch!

Immer noch keine Piaffe, schön fotografiert!

Reiten ist ganz einfach, so lange man es nicht versucht. Die Einzige, die das nicht glauben will, ist – wie könnte es anders sein – die Frau, die sogenannte Besitzerin vom Lutschi und mir. Und weil wir sie mittlerweile kennen, sind wir auch nicht mehr ganz so überrascht, dass sie sich statt langweiliger Sitzübungen oder uncooler Beschäftigungen wie korrekter Hilfengebung (nicht am Zügel ziehen! Becken abkippen! etc) direkt mit Grand Prix-Lektionen beschäftigen will. Mindestens. Wobei auch die Hohe Schule einen gewissen Reiz auf sie auszuüben scheint. Wiener Hofreitschule und so. Beim Ausreiten fühlt sie sich dann wahlweise wie Ingrid Klimke oder die Queen, je nach Tagesform und der Menge an Beruhigungskräutern, die sie heimlich in der Futterkammer geknabbert hat.

Der Lutschi aka das spanische Mähnenwunder ist ja so schlicht gestrickt, dass er viele Dinge für normal hält, aber manchmal wundert sogar er sich. Glücklicherweise muss er seine beiden Gehirnzellen dabei aber nicht übermäßig abnutzen, denn für die komplizierten Dinge bin ich zuständig. Auch im Reitunterricht, wie ich leider sagen muss. Da kollidieren dann die Erwartungshaltung der Frau und die Realität in Form von Frau Reitlehrerin miteinander.

Geringere Geister wären sicherlich längst am Starrsinn der Frau verzweifelt, die partout Piaffe reiten will, obwohl sie eigentlich schon mit schönen runden Zirkeln überfordert ist. Und „handunabhängiger Sitz“ gehört auch nicht gerade zu ihrem aktiven Wortschatz. Aber Frau Reitlehrerin weiß nicht nur alles, sie kann vor allem alles so erklären, dass es sogar meine für gewöhnlich beratungsresistente Reiterin umsetzen kann.

Die besten Geschichten aus dem Blog und viele neue Abgründe aus dem Reiterleben! Mit Fotos! Zum Selberlesen, Liebhaben und Verschenken!

Immer noch keine Piaffe – Geschichten vom Pferd
Autor: Pfridolin Pferd
Verlag: BoD
188 Seiten mit 47 Farbfotos
13,99 EUR, eBook 3,99 EUR (für kurze Zeit, später mehr)
ISBN-13: 978-3750410916

Der untrügliche Instinkt oder: All you can eat bis zur Hufrehe

Der Lutschi von hinten

Wir dürfen jetzt alles essen, was wir wollen! Die Frau nennt es ein Experiment. Sie hat in einem ihrer Wendy-Hefte gelesen, dass wir Pferde einen untrüglichen Instinkt haben und nur fressen, was uns gut tut. Gerade stellt sie auf unserem Paddock alle fünf Meter einen Futtertrog mit Äpfeln, Möhren und Hafer auf. Also würde sie, wenn sie der Lutschi ließe. So sind es halt umgekippte Futtertröge. Das sieht zwar nicht ganz so adrett aus, aber dafür ist die Frau umso flotter beim Nachfüllen. „Der untrügliche Instinkt oder: All you can eat bis zur Hufrehe“ weiterlesen

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Ausritt mit Barockpferd

Das spanische Mähnenwunder guckt hungrig in die Ferne.

Ich habe einen neuen Job! Obwohl ich ja als Freizeitpferd eigentlich gar nicht arbeiten darf. Aber weil ich versprochen habe, mich a) dabei nicht unnötig zu verausgaben, b) gleichzeitig aber das spanische Mähnenwunder ordentlich in Wallung zu bringen, hat die Gewerkschaft der Freizeitpferde schließlich doch zugestimmt. Und seitdem bin ich Personal Trainer und überwache den spanischen Pummel. Der muss nämlich Bauch, Beine, Po machen und ich passe auf, dass er sich auch tüchtig anstrengt.

Meistens finden die Übungseinheiten auf dem Paddock oder der Weide statt, aber manchmal geht’s auch raus, ins Gelände. Dann nascht die Frau vorher von den Beruhigungskräutern aus der Futterkammer und tut ganz souverän, aber das wisst ihr ja. Der Mann und ich kommen mit, um die Frau auf Gefahren (ich) oder landschaftliche Besonderheiten (der Mann) hinzuweisen. Und natürlich ist auch Frau Reitlehrerin auf Faxe dabei, um dem ganzen einen pädagogischen Anstrich zu verleihen. „Ausritt mit Barockpferd“ weiterlesen

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Die Frau will Spo-ho-horen

Der Lutschi guckt ganz traurig, weil die Frau mit Sporen reiten will.

Einmal so reiten wie die im Fernsehen oder auf den tollen Videos, das wär‘s doch. Warum klappt das bei allen anderen, nur bei ihr nicht? Die Frau, meine sogenannte Besitzerin, betreibt Ursachenforschung und kommt schnell darauf, was ihr dazu noch fehlt: Die Sporen. Klar, oder? Alle reiten mit Sporen. Nur sie darf das nicht.

In der nächsten Reitstunde konfrontiert sie Frau Reitlehrerin mit ihrem allerneuesten Herzenswunsch. Und wie sie es sich schon gedacht hat, ist die dagegen. War ja irgendwie klar. Frau Reitlehrerin reitet selbst nie mit Sporen. Wahrscheinlich hat sie noch nicht mal welche. Und sie soll jetzt darunter leiden. „Die Frau will Spo-ho-horen“ weiterlesen

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Wozu Bodenarbeit, wenn man doch reiten kann?

Das spanische Mähnenwunder spielt mit dem Schlauch.

Ich weiß nicht, ob euch das schon aufgefallen ist, aber es ist furchtbar, furchtbar warm. Das spanische Mähnenwunder und ich wollen schon gar nicht mehr auf die Weide, weil wir die a) schon leergefressen haben und es da b) weder Springbrunnen noch c) eine Klima-Anlage gibt. Und die paar Bäumchen am Rand kann man nicht so wirklich ernstnehmen. Vor allem, weil wir die unteren Äste schon gegessen haben und die sogenannten Bäumchen jetzt aussehen wie Zahnstocher.

Tolerant, wie wir sind, gehen wir aber trotzdem jeden Tag raus und erkunden alternative Nahrungsquellen (Spaziergänger anbetteln, Nachbarwiese untersuchen). Und die restliche Zeit ist uns warm. „Wozu Bodenarbeit, wenn man doch reiten kann?“ weiterlesen

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Die Frau federt mit den Absätzen. Also, fast.

Die Frau federt mit den Absätzen. Zumindest theoretisch.

Neulich im Reitunterricht: Das Wetter ist schön, der Himmel lacht, sogar meine sogenannte Besitzerin guckt nicht ganz so grimmig verspannt konzentriert wie sonst. Dann lächelt Frau Reitlehrerin freundlich und kommandiert: „Antraben, aussitzen.“

Und zack, schlechte Laune. Ich setze mich trotzdem folgsam in Bewegung. Ihr kennt mich: „Stets hilfsbereit“ ist mein zweiter Vorname. „Die Frau federt mit den Absätzen. Also, fast.“ weiterlesen

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