„Bitte nicht rascheln, ich reite gerade!“

Furchtloser Blick in den Herbstnebel

Herbst, das ist die Jahreszeit, wo sich furchtlose Reiter und noch furchtlosere Reiterinnen auf ihre edlen Rösser schwingen und durch sturmgepeitschte Landschaften galoppieren. Herbst, das ist auch die Jahreszeit, in der meine sogenannte Besitzerin täglich ihre Beruhigungskräuter knabbert und sich zitternd wie Espenlaub in meinen Sattel hievt.
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Nähmaschinentrab ist auch keine Lösung!

Ein Porträt von Pfridolin Pferd

„Nähmaschinentrab ist auch keine Lösung!“, ruft Frau Reitlehrerin, als die Frau und ich wie vom bösen Geist gejagt über die Diagonale steppen.

„Aber der Pfridolin soll doch fleißiger traben“, keucht meine sogenannte Besitzerin.

„Ja schon, aber er soll dabei nicht eilig werden!“

Auf der Stirn meiner Reiterin erscheinen zahlreiche Fragezeichen und Frau Reitlehrerin macht sich daran, die nacheinander abzuarbeiten.
„Fleißig und eilig ist nicht dasselbe. Fleißig ist das …“

„… was der Pfridolin nicht ist“, kichert die Frau. „Weiß ich doch.“

Frau Reitlehrerin lässt sich dadurch nicht irritieren und macht weiter: „Also nochmal. Fleiß bedeutet, dass er kraftvoller abfußt. Nicht schneller. Der Takt, in dem ihr euch bewegt, bleibt gleich.“

„Ah?“ macht die Frau und guckt verständnislos.

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Immer diese blöden Beine

Die Frau – ihr kennt sie – ist Handwerkerin. Was man mit den Händen machen kann, wird auch mit den Händen gemacht. Alles andere sowieso. Vor allem beim Reiten.

Stellen und Biegen zum Beispiel. Zumindest das, was sie dafür hält. Sie ist ja manchmal schon sehr niedlich in ihrem Realitätsverlust 😉

„Erst das Bein und dann die Hand“, bemerkt Frau Reitlehrerin gerade.

„Mach ich doch“, lügt die Frau, die gerade heftig am Zügel rumzuppelt.

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„Achtung, da reit ich immer lang!“

Ja, so ist sie, meine sogenannte Besitzerin. Flexibel wie eine Bahnschwelle und mindestens genauso beweglich.
Es fängt schon damit an, dass alles immer in der gleichen Reihenfolge gemacht werden muss. Bei der kleinsten Abweichung von der täglichen Routine wird sie komplett wuschig.

Zum Beispiel gehen wir zu Beginn der Reitstunde immer zwanzig Minuten Schritt. Auf dem zweiten Hufschlag. Ganze Bahn.
Immer.

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist, aber mir schalten sich die Synapsen schon ab, wenn ich die Reithalle nur von weitem sehe.
Während die Frau den zweiten Hufschlag dadurch markiert, dass sie eine Bob-Bahn in den ansonsten makellosen Sand fräst, guckt sie streng geradeaus.

Aufmerksamkeit ist wichtig und Reiten eine ernste Angelegenheit, vor allem, wenn man so profilneurotisch ist wie sie. Wenn es einen Pokal für die langweiligste Aufwärmeinheit ever gäbe, würde sie ihn gewinnen. Jeden Tag aufs Neue.

Und Gnade Gott dem armen Wurm, der so leichtsinnig ist und es wagt, ihren immergleichen Weg zu kreuzen. Schließlich reitet sie da IMMER lang, das dürfte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben.
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Die Rübe muss runter!

Ein Pferd von schräg-hinten

Wusstet ihr schon, dass ich Bauchmuskeln habe? Und die Frau auch? Ja, da hab ich auch gestaunt.

Aber der Reihe nach. Wir eiern gerade vorderlastig über den Reitplatz, als sich Frau Reitlehrerin vorsichtig lächelnd in die Mitte stellt und die Frau fragt, was sie da gerade reiten würde.

Vorwärts-abwärts natürlich, antwortet die. Siehst du doch.

Tendenziell schon, antwortet Frau Reitlehrerin, inhaltlich wäre aber noch viel Luft nach oben, und die Ausführung stünde dann noch auf einem ganz anderen Blatt.
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Das Garrocha-Dingens

Ein galoppierendes Pferd vor blühenden Bäumen

„Ich mach jetzt übrigens dieses Garrocha-Dingens. Du auch“, erklärt mir die Frau gutgelaunt. Ich bin überrascht. Frau Reitlehrerin nicht minder.

Kurze Info: Wir sind mitten in der Reitstunde und beschäftigen uns mit der hohen Reitkunst, sprich: Frau Reitlehrerin versucht, der Frau etwas zu erklären, worauf die aber gerade keinen Bock hat. Ihre neueste Taktik besteht darin, Frau Reitlehrerin in eine Diskussion zu verwickeln und mit überraschenden Informationen zu konfrontieren.
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Die Frau atmet

Ein Pferd hält seine Nase direkt vor das Objektiv.

Die Frau atmet. Oder auch nicht – je nach Stimmung, Wetterlage oder Aktivität. Sofern man bei der Frau von zielgerichteten Tätigkeiten sprechen kann 😉 Ich finde sie wirklich niedlich, aber manchmal ist sie ganz schön konfus.

Bei vielen Dingen kann sie locker durchatmen, zum Beispiel beim Ausmisten ohne Fluchen, beim Ausmisten mit Fluchen, beim Abäppeln ohne Schubkarre umschubsen, beim Abäppeln mit Schubkarre umschubsen – um nur ein paar zu nennen. Stallgasse fegen und Pferde putzen scheint auch unproblematisch zu sein, aber sobald es ans Reiten geht und sich Frau Reitlehrerin in ihrem Blickfeld manifestiert (Merke: Frau Reitlehrerin ist überall und sieht ALLES!), hört‘s auf und sie fängt an, hektisch zu schnaufen. Lustig, nicht? Als ob das beim Reiten helfen würde.

Tut es natürlich nicht. Das einzige, was passiert, ist, dass ich mich ebenfalls verspanne und an ihren merkwürdigen Atemrhythmus anpasse. Der Lutschi hat das mit dem Luftanhalten auch schon erlebt, aber weil der so ein Unschuldslamm ist, hat er sich nix dabei gedacht. Er denkt ja generell nicht ganz so viel wie ich.

Meistens hört sie ja auf zu atmen, wenn was nicht klappt (also oft), aber letztens haben wir aus Versehen ein richtig tolles Schulterherein hinbekommen. Als die Frau das gemerkt hat, hat sie vor lauter Begeisterung die Luft angehalten – ich glaube, um zu demonstrieren, dass sie unabhängig und flexibel ist und in jeder Situation falsch atmen kann 😉

Frau Reitlehrerin weiß natürlich auch, dass die Frau ein flexibler Minimal-Atmer ist. Neben „Locker bleiben!“ ist „Atmen!“ das häufigste Kommando im Reitunterricht. Als der Mann das das erste Mal mitbekommen hat, dachte er, er müsste Mund-zu-Mund-Beatmung machen. Fand die Frau nicht lustig. Ich hab aber trotzdem gelacht.

*

Frau Reitlehrerin und ich machen ja auch immer diese bewusstseinserweiternden Übungen, bei denen ich im Schritt außenrum herumschlurfe und ein kleines Nickerchen mache, während die Frau ihre diversen Körperteile entspannt wahrnehmen soll. Die will bekanntlich Piaffe reiten und hält nichts von Entspannungs- und Wahrnehmungsübungen, weil das total doof und uncool ausieht. Frau Reitlehrerin findet das nicht. Sie meint, das sähe gut aus, nach Entspannung nämlich. Die Frau säße viel lockerer auf mir drauf als sonst. Ob es sich denn auch lockerer anfühle? Ja schon. Aber trotzdem. Sie wolle doch Piaffe reiten und nicht auf dem Pferd meditieren. Frau Reitlehrerin erklärt, dass gleichmäßiges Atmen auch zu den Basics gehört, ohne die nix funktioniert. Die Frau schnauft traurig. Siehst du, jubelt Frau Reitlehrerin. Durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen!

Das ist nämlich die aktuelle Lieblingsübung von Frau Reitlehrerin: Durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen. Hört sich nach nix an, bringt aber total viel. Der Unterkiefer entspannt sich (meiner auch), man wird total locker (ich auch) und kann prima aussitzen (nur die Frau). Das gefällt der Frau. Was ihr nicht gefällt, ist, dass sie jetzt ständig Fliegen im Mund hat.

Ich glaube aber nicht, dass das vom Atmen kommt, sondern vom ständigen Rumstehen und Diskutieren mit Frau Reitlehrerin 😉

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Die Frau macht Hula-Hoop

Ein schwarzes Pferd mit offenem Maul. Es sieht aus, als würde es lachen.

Die Frau ist ja eher so’n Steifftier. Damit sie wenigstens ein klein bisschen Gefühl für ihre Kehrseite bekommt (und besser damit denken lernt), macht Frau Reitlehrerin mit ihr Sitzübungen. Ich bin wie immer unersetzlich und muss sie dabei rumschleppen, weil der Lutschi noch zu unreif für so wichtige Aufgaben ist.

Als erstes kommt die Zifferblattübung. Sie soll sich vorstellen, sie würde mitten auf einem Zifferblatt sitzen und soll dann das Becken auf die 12 kippen oder auf die 3 oder die 6. Manchmal wird auch gekreist, immer ringsum. In der Zeit hab ich frei und kann an Stuti denken. Das ist also ziemlich ok.

Natürlich hat die Frau hieran was zu meckern. Wie könnte es auch anders sein ^^. Ihre Beschwerden zielen hauptsächlich darauf ab, dass sie mir meine Freizeit mißgönnt und denkt, die Bewegungsanteile wären ungleich verteilt. Außerdem meint sie (völlig zu Recht), sie sähe blöd aus, wenn sie die Hüften so schwingt. Zitat: Wie eine Samba-Tänzerin mit Bauchschmerzen. Da muss sogar Frau Reitlehrerin lachen. Das hilft der Frau aber nicht, sie muss weiter Tschakka-Lakka mit dem dicken Hintern machen ihr Becken mobilisieren.

Die Frau findet das doof und will mit Frau Reitlehrerin diskutieren. Das tut sie ja oft, wenn irgendwas nicht klappt – also eigentlich ständig. Wozu das denn überhaupt gut wäre. Sie würde reiten wollen und sich nicht hüftenschwingend lächerlich machen. Piaffe, Passage und solche Dinge. Oder Garrocha!

Frau Reitlehrerin erklärt zum fünfundachtzigtausendsten Mal – aber immer noch sehr geduldig, wie ich finde –, dass richtiges Reiten halt nur aus einem korrekten Sitz heraus funktionieren würde. Der Sitz wäre die Basis für alles andere. Die Frau nörgelt, das würde sich aber ganz schön ziehen. Sie würde bestimmt schon seit einem Jahr ganz viel auf mir rumturnen, wann denn nun endlich der korrekte Sitz da wäre? Das wäre ein Dauerprojekt, erwidert Frau Reitlehrerin. Am Sitz müsste man immer arbeiten. Auch die Profis? fragt die Frau bang. Auch die Profis, nickt Frau Reitlehrerin.

Seufzend fügt sich die Frau ins Unvermeidliche und fragt, ob sie denn außer Reiten noch etwas tun könnte, um lockerer zu werden. Klar, meint Frau Reitlehrerin. Wie wäre es denn mit Hula Hoop? Die Frau kichert, Hula Hoop hätte sie als Kind viel gemacht. Das wär ja total einfach! Na dann, lächelt Frau Reitlehrerin und stellt reiterliche Erfolge in Aussicht. Die Frau hat Blut geleckt und kauft sich bei nächster Gelegenheit so ein Gerät.

In der nächsten Reitstunde hat sie sich dann darüber beschwert, dass die heutigen Hula-Hoop-Reifen alle nix taugen würden. Die würden ja dauernd runterfallen. Der Plan wäre eigentlich gewesen, den Reifen gefühlte Ewigkeiten um ihre biegsamen Hüften tanzen zu lassen und nicht, sich dauernd zu bücken. Unverschämtheit, sowas.

Frau Reitlehrerin sagt dazu erstmal nix und wartet ab, ob die Frau vielleicht auch alleine darauf kommt, dass sie als Kind lockerer war als heute, wo sie ein mittelalterliches Steifftier ist. Und ich freu mich schon darauf, dass sie das quietschbunte Ding demnächst in den Stall mitbringt und mit dem Lutschi Halsringreiten macht. Für was anderes würde es ja nach ihrer Ansicht nicht taugen. Ich habe glücklicherweise einen eigenen Halsring, und zwar in dezenter Farbgebung, aber zum Lutschi passt der pinke Plastikreifen perfekt.
Barbie-Pony 😉

… dann klappt’s auch mit der Parade

Die Frau hat mal wieder versucht, mich zu reiten. Im Unterricht. Es fing schon gut an, als sie die Zügel aufnahm und direkt lostraben wollte. Wenigstens hatte sie mich vorher im Schritt warmgeführt – Anordnung von Frau Reitlehrerin, damit sie ein kleines bisschen lockerer wird 😉 Dann schleift sie mich zur Aufsteighilfe, hievt sich ungelenk auf meinen Rücken und nimmt die Zügel auf, um direkt loszulegen. Aber nicht mit Frau Reitlehrerin. Die hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, die Frau insgesamt mehr aus dem Sitz heraus reiten zu lassen. Mehr Sitz, weniger Hand!

An und für sich ein guter Plan, aber leider zum Scheitern verurteilt, weil nämlich die Frau daran beteiligt ist. Die ist zwar hochmotiviert und stets bemüht, aber doch eher Handwerker als Sitzkünstler. Aber Frau Reitlehrerin plant langfristig, und wer weiß, ob die Frau es nicht doch noch lernt.

Jedenfalls soll sie die Zügel gleich mal wieder loslassen und fleißigen Schritt reiten. Und mich dann ohne Zügel zum Halten durchparieren. Bei C. OK, dann halt an der nächsten langen Seite. Auch nicht? An der nächsten kurzen Seite vielleicht? Die Frau lässt sich ganz komisch in den Sattel plumpsen, gibt alle Stimmkommandos, die sie kennt und streckt schließlich die Beine nach vorne weg, als würde sie ne Harley fahren. Das irritiert mich dann doch soweit, dass ich stehenbleibe und mich fragend nach Frau Reitlehrerin umschaue. Die urteilt, ich hätte alles richtig gemacht. Bei einer so diffusen Hilfengebung könne man nichts anderes erwarten.

Die Frau runzelt die Stirn und ist beleidigt, weil Frau Reitlehrerin ihr verbietet, mit den Zügeln nachzuhelfen. Außerdem ist es ihr peinlich, dass Frau Reitlehrerin immer auf den Basics rumreitet – wie zum Beispiel einem korrekten, zügelunabhängigen Sitz – und die Frau dann immer wie ein Vollhorst dasteht, weil sitztechnisch mit ihr nicht viel los ist. Überhaupt hätte man ihr diese Details früher nie richtig beigebracht, beschwert sie sich, als ihr Frau Reitlehrerin nochmal die Hilfengebung erklärt: Nach oben und unten wachsen und dabei einatmen, etwas schwerer einsitzen, dabei das Becken abkippen und ausatmen. Und – ganz wichtig – im Übergang auch hinten sitzen bleiben. Die Frau nickt ganz wichtig. Das wäre ja logisch. Auch das mit dem hinten sitzen bleiben. Das wäre ja klar, dass man hinten sitzen bleiben müsste. Ansonsten würde man ja im Moment des Übergangs nach vorn fallen und die Vorhand zusätzlich belasten. Total kontraproduktiv wäre das, weil der Pfridolin doch vermehrt hinten Last aufnehmen soll. Tse. Nach vorn fallen, wer tut denn sowas. Ich kenn da jemanden, aber ich werde hier ja für gewöhnlich unterdrückt.

Nachdem auf diese Art ein Konsens über das weitere Vorgehen gefunden wird, soll die Frau erneut anreiten und gleich wieder durchparieren. Schon besser, aber sie streckt die Beinchen schon wieder so lustig nach vorn. Frau Reitlehrerin schlägt vor, die Beine doch einfach unten zu lassen. Da wären sie ja eigentlich schon, wegen dem „nach oben und unten wachsen“. Ach so. Und das Atmen nicht vergessen. Huch. Die Frau fühlt sich ertappt und schnauft hastig.

Nochmal im Schritt angehen und an der nächsten langen Seite durchparieren, fordert Frau Reitlehrerin. Dieses Mal streckt die Frau die Beine nicht nach vorn, sondern nach hinten. Leider hat das zur Folge, dass ihr Oberkörper nach vorn sackt – das hat wohl was mit dem Gleichgewicht zu tun. Von daher mache ich auch keine Parade mit untergesetzter Hinterhand, sondern stoppe mit den Vorderbeinen, was laut Frau Reitlehrerin ungesund ist. Die Frau meint, vielleicht wäre das mit den Beinen nach vorn doch keine so schlechte Idee. Dabei würde wenigstens meine Vorhand nicht überlastet 😉 Frau Reitlehrerin erklärt, ich wäre erstens keine Harley und zweitens würde sie dadurch soviel Druck in meinen Rücken bringen, dass ich den nicht mehr aufwölben könnte. Die Frau erinnert sich: Rücken aufwölben ist das A und O der Reiterei. Mit anderen Worten: Doofe Idee.

Nach einigen weiteren Versuchen klappt es aber schon ganz ordentlich und ich werde jedes Mal doll gelobt. Frau Reitlehrerin wird übermütig und schlägt vor, jetzt Trab-Schritt-Übergänge dazu zu nehmen. Am durchhängenden Zügel, versteht sich. Und ohne heimlich den Zügel nachzufassen! Woher weiß sie das nur immer? Die Frau hatte tatsächlich gerade darüber nachgedacht, unauffällig die Zügel aufzunehmen. Nur ein ganz klein bißchen, mault sie leise, aber so, dass Frau Reitlehrerin sie nicht hört. Menno. Nix dürfte man hier.

Ich trabe also an und harre der Dinge, die da kommen. Zack, blockiert mich die Frau mit ihrem Becken, so dass ich für einen Moment stehenbleibe. Im Prinzip ganz gut, urteilt Frau Reitlehrerin, aber sie müsste mit ihrem Becken locker die Schrittbewegung vorgeben. Dann würde der gute, brave Pfridolin auch nicht stocken und das ergäbe einen flüssigen Übergang. Die Frau staunt. War das ein kleines Lob? Ui. Sie probiert weiter herum und wird mit dem Becken immer lockerer. Wer hätte das gedacht – wo sie sonst so ein Steifftier ist 🙂

Nach einem richtig guten Übergang ist die Stunde beendet und wir werden beide gelobt. Ich schon allein deshalb, weil ich toll bin. Das ist nur angemessen. Außerdem mach ich hier schließlich auch die ganze Arbeit.

Die Frau hat nur auf mir rumgesessen und ein bisschen mit dem Hintern gewackelt. Merkwürdigerweise wird sie dafür auch gelobt. Irgendwie ungerecht, aber Frau Reitlehrerin belohnt schließlich auch die kleinsten positiven Ansätze. Wenigstens hat die Frau mich heute nicht im Maul gestört, das ist ja immerhin auch schon was!

Übrigens fühlen sich die Muskeln in meiner Hinterhand komisch an. Ich glaube, die haben gearbeitet. Sonst versuche ja immer, das zu vermeiden, aber im Moment passt es mir ganz gut – schließlich steht die Weidesaison bevor und ich will fit für die Mädels sein, wenn es endlich soweit ist. Während Faxe gleichbleibend tinkerhaft flauschig und süß aussieht, habe ich dann einen muskulösen, männlichen Body. Sie werden es lieben 😉