Ja, genauso habe ich auch geguckt. Das ist doch ein Widerspruch in sich und komplett unmöglich. Wenn Gras, dann reinhauen bis zur Bewusstlosigkeit. Oder bis die sogenannte Besitzerin so laut schimpft, dass einem die Ohren bluten. Begriffe wie „satt“ kommen in meiner Welt nur am Rande vor. Aber wo sie ganz sicher nicht vorkommen, das ist die kleine Welt des spanischen Mähnenwunders, das sich so zügig durch ganze Wiesen fräst, als hätte man in seine Vorfahren Hochleistungsrasenmäher eingekreuzt. „Angrasen, aber zivilisiert“ weiterlesen
Natürlich passt der Sattel, der hat schließlich immer gepasst
„Jetzt halt doch mal still, ich will dich satteln“, schimpft die Frau, meine sogenannte Besitzerin. Ich stehe am Anbinder und habe trotz aller Bemühungen meinen Anbindeknoten nicht aufbekommen. „Und eine neue Schabracke hab ich auch, die wird dir gefallen.“ Wird sie nicht, da bin ich sicher. Sicherheitshalber gehe ich noch einen Schritt zur Seite.
Die Frau startet einen neuen Versuch und springt mich mit dem Sattel in der Hand an wie eine sehr langsame Löwin. Ich weiche aus und latsche ihr dabei auf den Fuß. „Natürlich passt der Sattel, der hat schließlich immer gepasst“ weiterlesen
Und übrigens will ich mit Schlaufzügeln reiten
„Und übrigens will ich mit Schlaufzügeln reiten“, verkündet die Frau, meine sogenannte Besitzerin. „Weil der Schlaufzügel, richtig angewendet, für Pferd und Reiter eine große Hilfe darstellt“, zitiert sie die Werbung.
Richtig angewendet heißt für mich, kleingeschnitten über den Restmüll entsorgt. Oder zum Hochbinden von irgendwelchem Grünzeug verwendet. Aber ich bin ja hier nur das Pferd und man sagt mir nach, ich würde lästern. „Und übrigens will ich mit Schlaufzügeln reiten“ weiterlesen
Das tolle neue Reitpad
„Guck mal, ist das nicht mega?“ Verliebt streichelt die Frau, meine sogenannte Besitzerin, die Neuanschaffung.
„Ein Reitpad“, konstatiert Frau Reitlehrerin eher unaufgeregt. „Das tolle neue Reitpad“ weiterlesen
Der will nur spielen!
„Der will nur spielen“, erklärt der Besitzer des neugierigen Hundes, der dem spanischen Mähnenwunder und mir beim Ausritt um die Beine springt. Also nicht der Besitzer springt. Der Hund hüpft. Und eigentlich ist der Besitzer auch gar nicht da. „Der will nur spielen!“ weiterlesen
Darum kümmert sich der Tierarzt. Nächsten Monat oder so.
„Darum kümmert sich der Tierarzt. Nächsten Monat oder so, wenn ich wieder Geld habe“, beschließt die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, und wirft dem Lutschi, unserem spanischen Mähnenwunder, einen aufmunternden Blick zu. „Bis dahin geht’s auch so.“
Der Lutschi, der seine zwei Gehirnzellen ausnahmslos fürs Mähnenwachstum benötigt, guckt erwartungsvoll zurück.
„Nein, es gibt keine Leckerlis, wir müssen sparen“, weist ihn die Frau zurecht.
Das kleine Licht in seinen Augen erlischt und der Lutschi lässt den Kopf hängen. Wobei er Heu entdeckt. Lecker. „Darum kümmert sich der Tierarzt. Nächsten Monat oder so.“ weiterlesen
Die Reitbeteidigung
Wir haben jetzt eine Reitbeteidigung. Die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, nimmt neue Drogen, die Qi Gong heißen oder so ähnlich, und die machen, dass ihr Gehirn weich wie Mash und ihr Verstand so leistungsfähig wie eine überreife Banane ist. Was an und für sich keine große Veränderung darstellt.
Aber alles in allem habe ich sie noch nie so entspannt und tolerant erlebt. Wie eine gütige Göttin schwebt sie durch den Stall und hat für jeden und jedes ein gutes Wort und ganz viel Liebe. Einziger Haken: Die Stallzeit geht von der Qi Gong-Zeit ab, was seelisch natürlich unpraktisch und unschön ist. Ich meine, Full-time spirituell führt natürlich wesentlich schneller zum persönlichen Nirwana als halb Stall, halb Buddha. Was also tun? „Die Reitbeteidigung“ weiterlesen
Die macht doch garnix!
„Die macht doch gar nix!“
„Genau, das Pferd macht das von ganz alleine. Guck, hast du das gesehen. Die muss einfach nur draufsitzen.“
„Mit DEM Pferd ist es ja einfach. Da kann das ja jeder.“ „Die macht doch garnix!“ weiterlesen
Warum nur einmal?
„… und dann lerne ich endlich reiten und traue mich, ohne Sattel zu reiten und alles wird ganz wunderbar“, schließt die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, ihre Aufzählung. Vorher hat sie uns mit glänzenden Augen eine wunderbare Zukunft ausgemalt, in der sie ein besserer, schlankerer und sportlicherer Mensch ist, jeden Tag gutgelaunt, wo ihr die tollen Ideen und positiven Vibes nur so aus dem Ärmel schlackern. Und die Leckerlis erst! Positive Verstärkung bis zur Magenüberladung, ich kann es gar nicht erwarten. „Warum nur einmal?“ weiterlesen
Weihnachten – der Wahnsinn geht weiter
Jetzt ist ja bald wieder dieses Weihnachten. Man erkennt es daran, dass die sogenannte Besitzerin noch verpeilter ist als sonst. Ständig murmelt sie von Geschenken, die sie gekauft hat und von Geschenken, die sie noch kaufen muss, vor allem für die Leute, mit denen sie sich nichts schenken will. „Weihnachten – der Wahnsinn geht weiter“ weiterlesen
