Auf dem falschen Fuß erwischt

Reiten wird völlig überbewertet. Leichttraben auch.

„Umsitzen!“ ruft Frau Reitlehrerin, während die Frau und ich leichttrabend um sie herumkringeln. Auf die besonders eckige Art, die unsere Zirkel auszeichnet.

„Gar nicht!“, ruft die Frau fröhlich. Die Frau und gute Laune im Reitunterricht? Merkwürdig. Das denkt auch Frau Reitlehrerin und will der Sache auf den Grund gehen.

„Auf welchem Fuß trabst du denn leicht?“, erkundigt sie sich.

„Auf dem richtigen“, strahlt die sogenannte Besitzerin.

„Und wo ist der?“, hakt Frau Reitlehrerin nach.

„Irgendwo da unten“, antwortet die Frau und deutet mit dem Kopf gen Hallensand. „Auf dem falschen Fuß erwischt“ weiterlesen

Teilen mit:

Neulich im Domina-Studio

Wenn man ein Shetty ist, gehört einem die Welt.

Sorgfältig drapiert die Frau ein T-Shirt über einem Haufen Pferdeäpfel, bevor sie sich in den Sand der Reithalle fallen lässt und genüsslich wälzt. Frau Reitlehrerin und der Mann stehen mit offenem Mund daneben und beobachten ihr sonderbares Treiben.

„Alles gut bei dir?“, ruft der Mann, der zwar von der Frau viel unsinniges Tun gewohnt ist, aber wahrnehmungstechnisch gerade an seine Grenzen kommt und überlegt, wo man auf die Schnelle eine Zwangsjacke besorgen kann. „Neulich im Domina-Studio“ weiterlesen

Teilen mit:

„Fühl doch mal!“

Das spanische Mähnenwunder im Sonnenschein

„Fühl doch mal“, lockt Frau Reitlehrerin, doch meine sogenannte Besitzerin verweigert sich. „Spür, wie die Bewegung durch deinen Körper hindurchfließt!“

Die Frau schüttelt bockig den Kopf. „Das fließt nicht, das fühlt sich irgendwie nach nix an. Außerdem ist Schritt reiten blöd und langweilig.“ Um ihre Aussage zu bekräftigen, zieht sie die Schultern hoch und guckt böse. „„Fühl doch mal!““ weiterlesen

Teilen mit:

Auf der Suche nach Frau Reitlehrerin. Und einer Reitweise, die auch für Untalentierte geeignet ist.

Das spanische Mähnenwunder

Man glaubt es kaum, aber die Frau hat eine Freundin. Die ähnlich talentiert ist wie meine sogenannte Besitzerin, nämlich gar nicht. Und diese Freundin hat ein Pferd namens Horsti. Horsti durchlebt an ihrer Seite alle Phasen der reiterlichen Verirrungen, genau wie ich. Mit einem Unterschied: er hat keine Frau Reitlehrerin, die ihn vor den ärgsten Auswüchsen beschützt. Ich sage nur Piaffe! Aber das soll sich jetzt ändern, denn Horstis Besitzerin sucht eine neue Reitlehrerin.

„Letztens hatte ich eine Probestunde in der Akademischen Reitkunst“, erzählt sie gerade.

Reitkunst. Die Frau guckt neidisch. Reitkunst würde sie auch gern können. Und akademisch hört sich sehr gebildet an. „Auf der Suche nach Frau Reitlehrerin. Und einer Reitweise, die auch für Untalentierte geeignet ist.“ weiterlesen

In die Wendung drehen like a Fragezeichen

Das spanische Mähnenwunder läuft rum und findet sich schön.

Einmal einen schönen runden Zirkel hinkriegen und dann was anderes machen, das wärs doch. Statt dessen nötigt mich meine ungeschickte, aber hochmotivierte Besitzerin, auch bekannt als „die Frau“, zu einem Achteck nach dem anderen. Mit Ausbeulungen an Stellen, wo keiner mit gerechnet hat und wo definitiv auch keine hingehören. Nach der drölfzigsten Zirkelrunde erbarmt sich Frau Reitlehrerin, die zufällig gerade vorbeikommt, und bietet eine Spontanreitstunde an.

„Aha“, erwidert die Frau misstrauisch. Die will sich doch nur an mir bereichern, denkt sie. Laut fragt sie: „Wieso denn das?“

Frau Reitlehrerin strahlt: „Ich glaube, ihr habt euch da gerade festgefahren und da würde ich euch gern helfen.“

Bevor es noch schlimmer wird, denke ich und unsere Blicke treffen sich. „In die Wendung drehen like a Fragezeichen“ weiterlesen

Teilen mit:

Immer noch keine Piaffe – das neue Buch!

Immer noch keine Piaffe, schön fotografiert!

Reiten ist ganz einfach, so lange man es nicht versucht. Die Einzige, die das nicht glauben will, ist – wie könnte es anders sein – die Frau, die sogenannte Besitzerin vom Lutschi und mir. Und weil wir sie mittlerweile kennen, sind wir auch nicht mehr ganz so überrascht, dass sie sich statt langweiliger Sitzübungen oder uncooler Beschäftigungen wie korrekter Hilfengebung (nicht am Zügel ziehen! Becken abkippen! etc) direkt mit Grand Prix-Lektionen beschäftigen will. Mindestens. Wobei auch die Hohe Schule einen gewissen Reiz auf sie auszuüben scheint. Wiener Hofreitschule und so. Beim Ausreiten fühlt sie sich dann wahlweise wie Ingrid Klimke oder die Queen, je nach Tagesform und der Menge an Beruhigungskräutern, die sie heimlich in der Futterkammer geknabbert hat.

Der Lutschi aka das spanische Mähnenwunder ist ja so schlicht gestrickt, dass er viele Dinge für normal hält, aber manchmal wundert sogar er sich. Glücklicherweise muss er seine beiden Gehirnzellen dabei aber nicht übermäßig abnutzen, denn für die komplizierten Dinge bin ich zuständig. Auch im Reitunterricht, wie ich leider sagen muss. Da kollidieren dann die Erwartungshaltung der Frau und die Realität in Form von Frau Reitlehrerin miteinander.

Geringere Geister wären sicherlich längst am Starrsinn der Frau verzweifelt, die partout Piaffe reiten will, obwohl sie eigentlich schon mit schönen runden Zirkeln überfordert ist. Und „handunabhängiger Sitz“ gehört auch nicht gerade zu ihrem aktiven Wortschatz. Aber Frau Reitlehrerin weiß nicht nur alles, sie kann vor allem alles so erklären, dass es sogar meine für gewöhnlich beratungsresistente Reiterin umsetzen kann.

Die besten Geschichten aus dem Blog und viele neue Abgründe aus dem Reiterleben! Mit Fotos! Zum Selberlesen, Liebhaben und Verschenken!

Immer noch keine Piaffe – Geschichten vom Pferd
Autor: Pfridolin Pferd
Verlag: BoD
188 Seiten mit 47 Farbfotos
13,99 EUR, eBook 5,49 EUR
ISBN-13: 978-3750410916

Für euch gelesen: Im Kreis der Herde

Das spanische Mähnenwunder liest ein Buch, nämlich "Im Kreis der Herde".

Wir haben ein ganz spannendes Buch bekommen. Es heißt „Im Kreis der Herde“ und beschreibt das Leben von Wildpferden, und zwar so, wie man es bisher noch nicht kannte. Der Mensch, der es geschrieben hat, heißt Marc Lubetzki und ist ein bekannter Tierfilmer. Er hat lange mit Wildpferden gelebt und es geschafft, dass die ihn in ihre Herden eingeladen haben. Doch, haben die wirklich. Wir Pferde machen sowas.

Aber der Reihe nach. Der Lutschi, unser spanisches Mähnenwunder, behauptet, dass er sich mit dem Wildpferdsein voll auskennt, weil er ja mal in Andalusien gewohnt hat und da jeden Tag in die Berge gegangen ist. Er nennt es Campo, weil er findet, dass sich das interessanter anhört, aber da muss man nichts drauf geben. Abends gabs dann Futter in der heimischen Finca, weshalb ich glaube, dass er sich nicht allzu weit davon entfernt hat. Aber seis drum. Der Lutschi ist jetzt also selbsternannter Wildpferdexperte und hat sich mühsam durch das Buch durchbuchstabiert. Die schwierigen Wörter hab ich ihm erklärt, aber so viele gabs davon gar nicht. Was es aber gab, waren Fotos. FOTOS! Jede Menge supertolle, ausdrucksstarke Fotos. Da hat sogar der Lutschi verstanden, worum es geht. „Für euch gelesen: Im Kreis der Herde“ weiterlesen

Teilen mit:

Der untrügliche Instinkt oder: All you can eat bis zur Hufrehe

Der Lutschi von hinten

Wir dürfen jetzt alles essen, was wir wollen! Die Frau nennt es ein Experiment. Sie hat in einem ihrer Wendy-Hefte gelesen, dass wir Pferde einen untrüglichen Instinkt haben und nur fressen, was uns gut tut. Gerade stellt sie auf unserem Paddock alle fünf Meter einen Futtertrog mit Äpfeln, Möhren und Hafer auf. Also würde sie, wenn sie der Lutschi ließe. So sind es halt umgekippte Futtertröge. Das sieht zwar nicht ganz so adrett aus, aber dafür ist die Frau umso flotter beim Nachfüllen. „Der untrügliche Instinkt oder: All you can eat bis zur Hufrehe“ weiterlesen

Teilen mit: