Ohne Moos nix los

Neulich auf dem Reitplatz: „Hallo, ich bin die Elaine und das ist Black Romantica“, piepst es neben uns. „Der ist aber süüüüüß! Ist das ein Friese?“. Die Sprecherin deutet auf mich. Frechheit. Ich bin ein stolzer Hannoveraner und du brauchst eine Brille.

Neben der Elaine steht eine Art Tinker. Mit einem Karpfenrücken, der seinesgleichen sucht. Mit den sonstigen Gebäudefehlern kann man Krüppelquartett spielen. Aber die Elaine ist noch nicht fertig. Treuherzig verkündet sie: „Die hab ich vor dem Schlachter gerettet! Meine Mutter war dagegen, weil ich noch zur Schule gehe, aber ich hab sie einfach gekauft!“ Als sich daraufhin kein Beifallssturm regt, sucht sie verzagt das Weite und ihren Putzkasten. Black Romantica lässt sie der Einfachheit halber direkt da, am Anbinder. „Ohne Moos nix los“ weiterlesen

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Warum?

„Warum tun wir das eigentlich?“, fragt die sogenannte Besitzerin, während sie sich zu ihrem rechten Fuß hinabbeugt.

„Damit du lockerer wirst“, antwortet Frau Reitlehrerin. „Und jetzt zur anderen Seite!“

„Nein, das meine ich nicht. Ui, das ist aber schwierig. Moment, ich habs gleich.“ Mit einem Ächzen richtet sie sich wieder auf.

„Sehr gut“, lobt Frau Reitlehrerin. „Und jetzt versuchst du mal, mit deinen Füßen Achten zu zeichnen.“

„Das geht nicht. Dafür sind die nicht gemacht“, verweigert sich die Frau, lässt sich dann aber doch zu einem Versuch überreden. „Nein, ich meine – warum machen wir das eigentlich, diese ganze Quälerei? Turnen auf dem Pferd, sich in der vollen Reithalle zum Affen machen… dieses ganze Reitunterrichts-Gedöns halt?“ „Warum?“ weiterlesen

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Irgendwas mit Pferden

Da lacht sogar der Lutschi!

Wie immer, wenn meine Besitzerin nichts mit sich anzufangen weiß, will sie ein neues Leben anfangen. Dieses Mal mit einem neuen Beruf.

Was sie sich denn da so vorstellen würde, fragt der Mann, denn natürlich hat sie laut gedacht.

Irgendwas mit Pferden!, kommt wie aus der Pistole geschossen die Antwort.

Ah ja, nickt der Mann schicksalsergeben.

Immer im Büro rumsitzen, das könnte ja nicht alles sein. Sie müsste sich verwirklichen, und sie würde ganz deutlich spüren, dass es was mit Pferden sein muss. Und ohne Büro.

Das wären ja schon sehr konkrete Vorstellungen, merkt der Mann an.
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Hau sie welche, die Sau!

Eine Reiterin mit Sporen

Waldini kennt ihr ja schon. Das ist der, für den die Welt meistens auf dem Kopf steht, weil ihn seine Besitzerin, die ich liebevoll auf den Namen Frau Rollkur getauft habe, genauso reitet. Bei ihrem garstigen Tun wird sie von ihrer Bereiterin unterstützt, die Waldini regelmäßig reitet, „um ihn weiter zu fördern“. Wobei auch sie Waldinis Nase nicht weiter runterziehen kann als bis zur Brust. Komischerweise treten die Hinterbeine dabei aber nicht weiter unter. Verrückt.
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