Zwischen Krampf und Koma – die Frau wackelt mit den Zehen

Da kennen wir uns nun schon so lange, aber sie überrascht mich immer noch. Die Rede ist von der Frau, meiner sogenannten Besitzerin. Aber ich glaube, sie hat selbst gestaunt.

Und passiert ist es – natürlich – im Reitunterricht. Da hat die Frau ja oft verwirrende Begegnungen mit sich selbst.

Wir eiern also verspannt auf dem Hufschlag herum, die Frau mit Hohlkreuz, hochgezogenen Knien und Eisenfäustchen, mit anderen Worten: im Dressurqueen-Modus. Ein geheimer Kummer scheint sie zu plagen, denn ihrer Brust entrinnen mehrere Seufzer. Meiner allerdings auch. Aber ich kenne sie ja und weiß, dass sie für gewöhnlich aus ihrem Herzen keine Mördergrube macht. Da erscheint auch schon Frau Reitlehrerin, die alles weiß und vor allem alles erklären kann.
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Solang ich deine Miete zahle, hörst du mir gefälligst zu!

Ein schwarzes Pferd schaut in die Kamera. Es trägt ein schickes Halfter in Blautönen.

Der Lutschi, unser minderjähriges Mähnenwunder, hat ja lange Zeit geglaubt, sein Name wäre „Nein“, weil das das Wort ist, das er am häufigsten hört (gefolgt von „Aua“ und „Gib das wieder her!“). Die Frau, unsere gemeinsame Besitzerin, sagt, er bräuchte noch viel Erziehung.
Ich selbst gehöre zu der großen Zahl Pferde, deren Nachname „Lass das“ ist. Pfridolin Lass das, Faxe Lass das undsoweiter. Wahrscheinlich sind wir alle miteinander verwandt.
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