„Guck mal, ist das nicht mega?“ Verliebt streichelt die Frau, meine sogenannte Besitzerin, die Neuanschaffung.
„Ein Reitpad“, konstatiert Frau Reitlehrerin eher unaufgeregt. „Das tolle neue Reitpad“ weiterlesen

Ein Pferd geht seinen Weg.
„Guck mal, ist das nicht mega?“ Verliebt streichelt die Frau, meine sogenannte Besitzerin, die Neuanschaffung.
„Ein Reitpad“, konstatiert Frau Reitlehrerin eher unaufgeregt. „Das tolle neue Reitpad“ weiterlesen
„Darum kümmert sich der Tierarzt. Nächsten Monat oder so, wenn ich wieder Geld habe“, beschließt die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, und wirft dem Lutschi, unserem spanischen Mähnenwunder, einen aufmunternden Blick zu. „Bis dahin geht’s auch so.“
Der Lutschi, der seine zwei Gehirnzellen ausnahmslos fürs Mähnenwachstum benötigt, guckt erwartungsvoll zurück.
„Nein, es gibt keine Leckerlis, wir müssen sparen“, weist ihn die Frau zurecht.
Das kleine Licht in seinen Augen erlischt und der Lutschi lässt den Kopf hängen. Wobei er Heu entdeckt. Lecker. „Darum kümmert sich der Tierarzt. Nächsten Monat oder so.“ weiterlesen
„Die macht doch gar nix!“
„Genau, das Pferd macht das von ganz alleine. Guck, hast du das gesehen. Die muss einfach nur draufsitzen.“
„Mit DEM Pferd ist es ja einfach. Da kann das ja jeder.“ „Die macht doch garnix!“ weiterlesen
Die Frau, meine sogenannte Besitzerin, war wieder im Internet und hat da was gesehen. Und das will sie jetzt auch. „So schön!“, schwärmt sie Frau Reitlehrerin vor. „Voll harmonisch und schön und überhaupt! Und das mach ich jetzt auch.“
„Und klappt das?“
„Noch nicht so toll“, gibt die Frau zu. „Meistens steht der Pfridolin nur rum und frisst.“ „Ohne alles“ weiterlesen
„Handarbeit soll ich machen? Wie jetzt – stricken oder häkeln oder was?“ Die Frau, meine sogenannte Besitzerin, guckt böse. „Handarbeit“ weiterlesen
„Nö, ich bleib aussitzen“, winkt die Frau, meine sogenannte Besitzerin ab, als Frau Reitlehrerin sie zum Leichtraben auffordert.
Und warum? Weil irgendwer mal irgendwo gesagt hat, aussitzen wäre das, was die wirklichen Reitprofis und Reitkünstler tun. Anfänger und hoffnungslose Fälle würden leichttraben. Also die Menschengruppen, zu denen die Frau nie im Leben gehören möchte. Von daher hoppelt sie lieber wie ein epileptisches Känguru auf mir herum anstatt sich zivilisiert und halbwegs kontrolliert ins Leichttraben zu begeben. Die unschönen und schmerzhaften Aspekte dabei verdrängt sie, weil sie mal gelesen hat, dass es völlig normal ist, wenn einem beim Reiten alles wehtut. „Aussitzen um jeden Preis“ weiterlesen
Buh, Reiter, sagen die Spaziergänger, die bei uns am Stall vorbeikommen. Buh, Sportreiter, sagen dagegen die Freizeitreiter, die es differenzierter sehen. Buh, Freizeitreiter, sagen die Sportreiter. Und dann geht es nahtlos weiter mit buh, Gangpferdereiter, die Pferde lahmen doch alle oder buh, Reitkünstler, schwungloses Dahergeschlurfe. Oder buh, andere Sorte Reitkünstler, das sind doch sektenähnliche Strukturen und kein Pferd läuft ohne Not in dieser Haltung. Buh, Springreiter, die heizen doch nur über den Parcours beziehungsweise buh Dressurreiter, die haben alle Angst vor dem Springen. Und dann gibt’s noch buh Rennreiter, das ist doch Kinderarbeit und buh, Westernreiter, die Pferde laufen doch alle auf der Vorhand. „Reiter sind doch alle gleich“ weiterlesen
„Im Herbst reite ich nicht mehr aus“, verkündet die Frau, meine sogenannte Besitzerin.
„Warum denn nicht?“, erkundigt sich Frau Reitlehrerin.
„Weil der Pfridolin sich da ständig erschreckt und komische Sachen macht.“ Düsterer Blick seitens der Frau.
„Zum Lachen?“
„Nein, die andere Sorte komisch. Die, wo man fast runterfällt.“ „Hier erschreckt er sich immer!“ weiterlesen
Die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, will ja Reitkunst treiben. Am liebsten, wenn keiner guckt. Weil die Neider und die Unwissenden immer so schlechte Stimmung machen. Also werde ich im Morgengrauen notdürftig geputzt („Sieht ja keiner“), gesattelt und getrenst und in die Reithalle verschleppt geführt. „Piaffe. Oder so.“ weiterlesen
Die sogenannte Besitzerin mag nicht mehr ausreiten. Gar kein bisschen. Noch nicht mal die itzi-bitzi-winzige Zehn-Minuten-Runde einmal um den Hof. Anscheinend haben die Beruhigungskräuter aus der Futterkammer ihre Wirkung verloren. Letzte Woche sind wir noch durch die Wälder gebrettert, als gäbe es kein Morgen mehr. Und jetzt? Fehlanzeige. Weil ich möglicherweise letztens zu gut auf uns beide aufgepasst habe. Was soll ich tun, wenn ich nicht gerade Freizeitpferd bin, bin ich Frauchenretter. Und wenn was Gefährliches im Gebüsch lauert, gehe ich kein Risiko ein und bringe uns beide in Sicherheit, ob die Frau das nun will oder nicht. Wenn nichts Gefährliches im Busch lauert, laufe ich allerdings auch schnell wie der Blitz daran vorbei. Ich will ja nicht warten, bis es irgendwann mal gefährlich wird. „The Power of Whoa“ weiterlesen