Wir haben jetzt eine Reitbeteidigung. Die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, nimmt neue Drogen, die Qi Gong heißen oder so ähnlich, und die machen, dass ihr Gehirn weich wie Mash und ihr Verstand so leistungsfähig wie eine überreife Banane ist. Was an und für sich keine große Veränderung darstellt.
Aber alles in allem habe ich sie noch nie so entspannt und tolerant erlebt. Wie eine gütige Göttin schwebt sie durch den Stall und hat für jeden und jedes ein gutes Wort und ganz viel Liebe. Einziger Haken: Die Stallzeit geht von der Qi Gong-Zeit ab, was seelisch natürlich unpraktisch und unschön ist. Ich meine, Full-time spirituell führt natürlich wesentlich schneller zum persönlichen Nirwana als halb Stall, halb Buddha. Was also tun?
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Da die Frau nach dem Prinzip ganz oder gar nicht lebt, hat sie schnell eine Lösung. Eine Reitbeteiligung muss her! Dann kümmert sie sich zu einhundertfünfzig Prozent um ihre spirituelle Erleuchtung und um uns kümmert sich die Reitbeteidigung. Denn so stellt sie sich vor. „Hallo, ich bin Gina, die Reitbeteidigung.“
Genau wie die sogenannte Besitzerin interessiert sich Gina sehr fürs Dressurreiten und spricht oft von Piuretten und Kandarren. Auch mit dem Springreiten kennt sie sich aus und erwähnt häufig einen gewissen Pakur, aber mehr so theoretisch. Ihr seht, es gibt da viele Gemeinsamkeiten, vor allem in der Theorie.
Gina kommt jeden Tag zum spanischen Mähnenwunder und zu mir und ist für unsere Bespaßung zuständig. Außerdem hat sie Möhren und spricht viel mit uns. Deshalb habe ich meinen Wortschatz auch stark erweitern können. Ich weiß jetzt, dass an meinem Führstrick ein Panikharken ist und dass meine Hufen ausgekratzt werden müssen. Und weil Gina eine Reitbeteidigung ist, wird natürlich auch geritten, mit Sattel und Trengse. Die Kandarre hat die sogenannte Besitzerin glücklicherweise zuhause versteckt.
Das Reiten selbst ist gar nicht so schlimm, weil die Gina weniger wiegt als die Frau. Außerdem hat sie noch verschwommenere Vorstellungen von Piuretten, Trangsversalen und Rongwehr als die sogenannte Besitzerin, so dass ich nach dem Motto verfahre: Wenn du nicht weißt, was du reiten willst, weiß ich es auch nicht. Jedenfalls ist das Ganze schnell vorbei.
Jetzt braucht die Gina erstmal eine Pause, am liebsten mit Expresso und einem Advocado-Toast. Ich habe frei und gehe wieder aufs Paddog, also soweit alles im grünen Bereich. Leider guckt der Lutschi, der eigentlich Lucero heißt und unser spanisches Mähnenwunder ist, komisch, weshalb ihm die Gina sicherheitshalber Globulis verabreicht. „Ich finde die sehr aktraktiv“, vertraut sie uns an, und da muss ich auch erst mal raten: Aktiv? Attraktiv? Wirksam?
So geht alles seinen Gang, bis kommt, was kommen muss: Die sogenannte Besitzerin kündigt ihrem inneren Buddha und dem damit verbundenen Omm, mit anderen Worten: Nach ein paar Tagen ist die erste Begeisterung vorbei und sie erinnert sich wieder daran, dass sie Pferde hat. Ihr erster Besuch im Stall seit langem, ich bin ein bisschen erschrocken. Nur die Gina freut sich, weil ihr das mit der Reitbeteidigung auf die Dauer zu viel wird und sie eigentlich auch gar keine Lust mehr hat.
Die sogenannte Besitzerin ist begeistert. „Das passt ja prima, ich hab jetzt auch wieder mehr Zeit und kann mich selbst um die Pferde kümmern.“
„Das ist ja besser als wie ich gedacht habe“, freut sich die Gina. „Ich pack ebend noch mein Zeug zusammen und dann kannst du wieder Piuretten reiten. Via zenons!“
„Ja ebend und danke gleichfalz“, kann sich die sogenannte Besitzerin nicht verkneifen.
Aber nett war die Gina, und Möhren hatte sie auch immer, das fand ich sehr aktraktiv 😛
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