Wie, man muss immer zweimal hingucken? Und manchmal dreimal?

„Dieses gebisslose Reiten ist so toll und pferdefreundlich“, schwärmt die Frau, meine sogenannte Besitzerin. „Guck mal, hier!“ Sie steht gerade an meiner Box und hält Frau Reitlehrerin ihr Handy hin. Frau Reitlehrerin hat ja die geheime Superkraft, überall da zu sein, wo es spannend wird. Auf dem Handy läuft gerade ein Video, in dem ein schickes, teures Pferd mit Halsring geritten wird. Aber komisch, Kopf und Hals sind eingerollt und der Nasenrücken ist meilenweit hinter der Senkrechten. Frau Reitlehrerin guckt kritisch.

„Sicher nur eine Momentaufnahme“, meint die sogenannte Besitzerin.

Ein Moment vergeht, der zweite Moment vergeht und auch nach einer Minute ist der Nasenrücken keinen Millimeter nach vorn gekommen. „Wie, man muss immer zweimal hingucken? Und manchmal dreimal?“ weiterlesen

Ja warum denn nur?

Warum tritt der Pfridolin nicht gescheit unter? Und warum drückt er den Rücken so weg? Die Frau, meine sogenannte Besitzerin, rätselt und grübelt. Gefühlt ist sie doch so wunderbar geritten, ganz versammelt und „hinten dran“ war der Pfridolin auch, wie die Reitprofis sagen. Oder vielleicht auch nicht hinten dran, aber dafür waren die Zügel ausreichend kurz, so dass es sich wie Anlehnung angefühlt hat. Und bequem war es auch, also hat sie doch wohl alles richtig gemacht und der Pfridolin ist ordnungsgemäß über den Rücken gegangen.

So viel zum Thema gefühlte Wahrheit. Dann kam der Kontakt zur Realität, und zwar in Form des Mannes, der ihr die Videos von dieser reiterlichen Sternstunde gezeigt hat. Und zack, schlechte Laune. Weil die Frau ja beschlossen hat, dass sie keinen Reitunterricht mehr braucht, weil sie nämlich jetzt reiten kann. Ich lache immer noch. „Ja warum denn nur?“ weiterlesen