Alte Meister oder alte Schwurbler?

Die einzige Rollkur, die ich mag

„Also so, wie die das reitet, ist es aber nicht klassisch!“ Mit zusammengekniffenen Augen beobachtet die Frau, wie mein Kumpel Heinzi von einer Bereiterin nach allen Regeln der Kunst malträtiert wird. Vorn wird festgehalten, hinten mit den Sporen gebohrt.

Der Mann guckt fragend und sie erklärt: „Hand ohne Bein, Bein ohne Hand heißt es ja so schön. Das macht die ja gar nicht.“

„Das ist ein Zitat von Baucher, das ist ja wohl kaum ein Klassiker. Die Aussage an sich macht Sinn, aber ich würde Baucher nicht als alten Meister bezeichnen“, mischt sich Frau Reitlehrerin ein, die zufällig vorbeikommt.

„Wieso nicht? Der ist schon lange tot und hat eine Reitlehre geschrieben. Das ist ja wohl genau das, was einen alten Meister ausmacht“, empört sich die sogenannte Besitzerin. „Alte Meister oder alte Schwurbler?“ weiterlesen

Hau sie welche, die Sau!

Eine Reiterin mit Sporen

Waldini kennt ihr ja schon. Das ist der, für den die Welt meistens auf dem Kopf steht, weil ihn seine Besitzerin, die ich liebevoll auf den Namen Frau Rollkur getauft habe, genauso reitet. Bei ihrem garstigen Tun wird sie von ihrer Bereiterin unterstützt, die Waldini regelmäßig reitet, „um ihn weiter zu fördern“. Wobei auch sie Waldinis Nase nicht weiter runterziehen kann als bis zur Brust. Komischerweise treten die Hinterbeine dabei aber nicht weiter unter. Verrückt.
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Valegros Schwippschwager

Ein trabendes Pferd

Bei uns im Stall ist ein neues Pferd. Waldini heisst er und ist ein Turnierpferd. Das sagt jedenfalls seine Besitzerin. Ihren Namen kann ich mir nicht merken, weshalb ich sie der Einfachheit halber Frau Rollkur nenne. Waldini ist immer in seiner Box, seit er einmal auf der Weide einen Freudenausbruch hatte und beim Bocken aus Versehen ein Hufeisen verlor. Frau Rollkur war nämlich gar nicht darüber erfreut, dass der Schmied nicht sofort und auf der Stelle Zeit für sie hatte (in dem Punkt ähnelt sie der Frau. Die nimmt auch immer alles persönlich.).
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Die Frau hat Hallenkoller

Es ist mal wieder soweit – die Frau hat die Krise. Sie musste nämlich ein paar Tage hintereinander in der Halle reiten, weil es kalt und glatt und frostig geworden ist. Sowas macht die Frau immer fertig. Vor allem ist es ihrer Meinung nach unerhört, dass es im Winter kalt wird, einfach so. Ich glaube, die meisten anderen bei uns im Stall waren nicht ganz so überrascht. Ein guter Hinweis waren auch die meterdicken Steppdecken, die man uns Pferden umgehängt hat. Aber das ist mal wieder typisch für die Frau: erst dem Lutschi und mir antarktistaugliche Winterdecken anziehen, sich dann aber über eine klitzekleine Schneeflocke erschrecken und den Weltuntergang ausrufen.
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