„… und dann lerne ich endlich reiten und traue mich, ohne Sattel zu reiten und alles wird ganz wunderbar“, schließt die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, ihre Aufzählung. Vorher hat sie uns mit glänzenden Augen eine wunderbare Zukunft ausgemalt, in der sie ein besserer, schlankerer und sportlicherer Mensch ist, jeden Tag gutgelaunt, wo ihr die tollen Ideen und positiven Vibes nur so aus dem Ärmel schlackern. Und die Leckerlis erst! Positive Verstärkung bis zur Magenüberladung, ich kann es gar nicht erwarten.
Was haben Sie mit unserer Besitzerin gemacht, will ich sie erst fragen, aber dann habe ich mich daran erinnert, dass sie uns ja eh nicht versteht. Wobei Tierkommunikation aktuell auch ein Punkt in ihrer umfangreichen To-do-Liste ist.
Aber komisch, oder? Genau einmal im Jahr wird sie von der Einsicht geplagt, dass da noch ein gewisser Optimierungsbedarf besteht, und pünktlich am nächsten Tag fallen ihr alle klugen Gedanken aus dem Kopf und sie ist wieder ganz die alte.
Vielleicht ist das so ähnlich wie bei uns. Der Lutschi, was unser spanisches Mähnenwunder ist, und ich haben vom Weihnachtsmann eine Wurmkur geschenkt bekommen. Außer dem Lutschi hat sich keiner so richtig darüber gefreut, aber der Lutschi würde am liebsten auch das Plastik drumherum mitessen. Mit anderen Worten: Man hat einen Tierversuch mit uns gemacht, als nächstes fallen die Würmer bei uns hinten raus und alles geht normal weiter. Wie bei der Frau die guten Vorsätze.
Stricken will sie übrigens nicht mehr. Sie sagt, sie hätte noch ein paar Kilo Wolle und Strickanleitungen für Abschwitzdecken zuhause liegen, man müsste die Wolle aber erst entknoten 😀 Wenigstens etwas.

