„Unter freiem Himmel arbeite ich am liebsten“, sagt der Hufschmied, als er neben unserer Weide parkt. „Und auf unebenem Untergrund, wo ich nicht genau sehen kann, ob der Huf plan auffußt oder nicht. Das ist ja für das Pferd auch völlig unerheblich, ob die Statik stimmt.“ Und wo wir schon dabei sind: Hufe auskratzen oder Beine entschlammen wird sehr stark überbewertet. Oder andersrum: Wenn es wochenlang keinen Regen gibt und die Hufe steinhart sind, so dass der Schmied stundenlang mit dem Fine-Tuning beschäftigt ist.
„Man könnte die natürlich vorher einweichen, als nette Geste. Um die Bearbeitung zu erleichtern“, meint unsere Frau Reitlehrerin. Damit unsereins nicht ewig da rumstehen muss, weil der Herr Hufschmied den betonharten Huf nicht so adrett in Form bringen kann, wie er das eigentlich müsste und auch will.
„Aber andererseits sind Schmiede Dienstleister“, meint die sogenannte Besitzerin. „Die soll man nicht unnötig verwöhnen.“ Und ganz bestimmt bearbeiten die solche Hufe besonders gut und kommen am allerliebsten zu Besitzern, die das Ganze mit einer sportlichen Challenge verbinden. Ultimate Hoof Trim, für harte Männer in der Wildnis.
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Wenn es regnet, passt es dem Schmied auch gut ins Programm. Dann sagt er: „Herrlich, so ein erfrischender Regenguss! Und wie schön, wenn es ordentlich windig ist! Ich arbeite hier ja nur stundenlang in gebückter Haltung, da freue ich mich über jede Ablenkung.“
Manchmal sagt er auch: „Toll. Wolkenloser Himmel und dreißig Grad!“ Ihr seht, so ein Schmied ist leicht glücklich zu machen. Genauso wie die Osteo und der Tierarzt. Vor allem der Tierarzt findet nichts schöner, als nachts im Schein einer Taschenlampe Pferde zu impfen. Und die Osteo findet es super, wenn ihr das Pferd ungeputzt und schlammverkrustet vorgestellt wird.
Das ist natürlich Spaß und nicht zur Nachahmung empfohlen, erklärt Frau Reitlehrerin der sogenannten Besitzerin. Natürlich möchte jeder Hufschmied einen wettergeschützten Arbeitsplatz mit ebenem Boden. Manchmal braucht er auch Strom. Und wenn es besonders lange trocken war, freut er sich sicher, wenn die Hufe vor der Bearbeitung gewässert werden. Der Tierarzt braucht Licht und fließendes Wasser und bekommt seine Patienten gern vom Besitzer vorgestellt, damit a) das Pferd halbwegs kooperiert und er b) jemanden hat, der ihm die Vorgeschichte zur eventuellen Verletzung oder Lahmheit schildern kann. Und die beste Osteo der Welt bekommt natürlich ein sauberes, trockenes Pferd präsentiert, weil man froh ist, dass es all diese wunderbaren Menschen gibt und man gern möchte, dass die einen auch weiterhin besuchen und das Pferd behandeln.
Und ich persönlich unterstütze das auch. Weil ich es mag, wenn meine persönlichen Body-Dienstleister gute Laune haben. Ja, der Tierarzt auch. Der gibt mir nach dem Impfen Leckerli. Ein netter Mensch.
Bild: CJ/Pixabay
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