Ich geh doch auch nicht bei jedem Husten zum Arzt!

„Röchött“, macht das spanische Mähnenwunder beim ersten Antraben. Frau Reitlehrerin guckt ungewohnt streng und bittet die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, zu sich. Der Lutschi, der eigentlich Lucero heißt, muss mit, weil die sogenannte Besitzerin auf ihm rumsitzt (daher auch der Name).

„Wie lange hustet der Lutschi denn schon?“, fragt Frau Reitlehrerin.

Och. Da will sich die sogenannte Besitzerin nicht festlegen. „Der hustet ja auch gar nicht. Nur beim Antraben halt, da stößt er an.“ So nennen die anderen das nämlich. „Einmal“, fügt sie hilfsbereit hinzu.

Frau Reitlehrerin lächelt pädagogisch und antwortet: „Mit hustenden Pferden ist nicht zu spaßen, sowas wird schnell chronisch und nennt sich dann equines Asthma. Und wenn man keine Luft oder nur schlecht Luft kriegt, ist das wirklich, wirklich schlimm. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Pferde nicht durchs Maul, sondern nur durch die Nase atmen können.“

Ach. Wusste die sogenannte Besitzerin noch gar nicht. „Dann kauf ich am besten Hustensaft im Reitsportgeschäft“, überlegt sie. „Und neue Schabracken brauch ich auch.“

„Vielleicht solltest du lieber in einen Tierarztbesuch investieren“, schlägt Frau Reitlehrerin vor. „Und den Lutschi auf Späne stellen und ihm nasses Heu füttern, bis der Husten weg ist.“

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Ach und je. Das hört sich sehr nach Arbeit an. Und wenig nach Schabracken. Die Frau zieht ein langes Gesicht. „Aber ich kenne ganz viele Pferde, die beim Antraben anstoßen. Ich selbst geh ja auch nicht für jeden Husten zum Arzt.“

„Husten beim Pferd ist ein Spätsymptom. Weil Pferde Fluchttiere sind. Ihr Körper ist darauf ausgelegt, keine Schwäche zu zeigen. Außer, wenn es gar nicht mehr anders geht“, gibt Frau Reitlehrerin zu bedenken.

„Mein armes Baby!!!“ Mit einer gewissen Verspätung fällt der Groschen regt sich das Mutterherz. Immerhin geht es um den Lutschi, das Augäpfelchen und das Seelenpferd. Und schließlich ist es immer spannend, wenn der Tierarzt kommt. Weil man sich da wichtigtun kann und manchmal mehr im Mittelpunkt steht als der eigentliche Patient. Außerdem lernt man interessante Wörter, mit denen man hinterher angeben kann. Die Frau fühlt sich schon mal in ihre neue Rolle ein: „Wenn das arme Baby so krank ist, ruf ich sofort in der Praxis an. Gell, mein armer Schatz, die Mutti macht dich gesund.“

Frau Reitlehrerin freut sich, dass dem Lutschi geholfen wird. Ich freue mich, dass der Schabrackenkauf aufgeschoben ist. Weil: Im Zweifel muss ich die ja alle benutzen, wenn der Lutschi krank ist. Und so wie ich die sogenannte Besitzerin kenne, wird es eine Orgie in Pink, was ich nervlich gar nicht gut vertrage. Und wir beide überlegen, ob ihr wohl noch jemand verrät, dass sie gar nicht die richtige Mutter vom Lutschi ist.

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