Für euch gelesen: Sprachkurs Pferd. Pferdesprache lernen in 12 Schritten

Die sogenannte Besitzerin will ja immer mit den Tieren sprechen. Und wenn der Lutschi, was unser spanisches Mähnenwunder ist, und ich sie nicht gleich verstehen, wird’s auch mal lauter. Als ob es an unseren Ohren läge, wenn sich die Frau nicht verständlich machen kann! Also wirklich. Dann kam die Eso-Tante mit dem Pendel, die anhand eines Fotos festgestellt hat, dass wir einen interessanten Charakter haben, ich mehr als der Lutschi. Hat der Frau aber auch nix genutzt. Außer, dass der Geldbeutel jetzt nicht mehr so schwer ist, was sicherlich gut für den Rücken ist. Und dann kam Frau Reitlehrerin mit Ideen für Bodenarbeit und körpersprachliche Kommunikation und da hat die Frau dann schließlich eingesehen, dass man diese körpersprachliche Kommunikation lernen muss wie eine Fremdsprache. Und zum Glück gibt’s dafür ein Buch, wo man alles in Ruhe nachlesen kann, was man nicht gleich verstanden hat.

Hier aber erstmal die Eckdaten:
Sprachkurs Pferd: Pferdesprache lernen in 12 Schritten
Sharon Wilsie & Gretchen Vogel
Verlag: Kosmos
216 Seiten mit vielen Fotos
32,00 EUR

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Zur großen Freude der Frau sind wirklich VIELE Fotos in dem Buch, was ihr bei ihren Studien ungemein hilft. Denn, so ihr Gedanke, diese ganzen körpersprachlichen Sachen kann sich doch kein Mensch merken (außer vielleicht Frau Reitlehrerin), und da ist es günstig, wenn nochmal jede Geste haarklein erklärt wird und auf einem Foto zu besichtigen ist. Was ihr Frau Reitlehrerin bisher auch verschwiegen hat (wahrscheinlich, um sie kognitiv nicht zu überfordern ), ist, dass unsereiner in ganzen Sätzen miteinander kommuniziert. Und dass wir deutlich mehr Körperstellen mit ominösen Bedeutungen haben als es sich die Frau vorstellen kann. Und je nachdem, wie und wo man welche dieser Stellen anspricht, ist die Antwort eine andere. Überhaupt setzt dieses Frage- und Antwort-Spiel, das man Kommunikation nennt, eine gewisse Körperkontrolle voraus. Zum Glück erklärt die Autorin geduldig und kleinschrittig, worauf man achten muss, und es gibt viele Übungen, die einem weiterhelfen. Auch viele Übungs-Gespräche, die die Frau mit uns führen könnte. Kann sie aber nicht, weil sie sich schon die Begrüßung nicht merken kann. Jetzt macht sie Trockenübungen mit dem Mann. Vokabeln lernen nennt sie das. Und da ist sie ganz motiviert und gelegentlich ertappe ich den Lutschi oder mich dabei, wie wir ihr aus Versehen antworten. Wenn sie so weitermacht, merkt sie das vielleicht eines Tages sogar 😛

Pro: Sehr gute und anschauliche Erklärungen, anhand derer schnell klar wird, warum sich manche Situationen immer in eine bestimmte Richtung entwickeln, in die man gar nicht wollte. Hier gibt es Lösungsansätze! Sehr schön ist auch die positive Einstellung von Sharon Wilsie, die Wert darauf legt, dass es keine falschen Antworten gibt, nur interessante. Die neu erworbenen Fähigkeiten kann man fürs Training nutzen, aber auch, um die Beziehung zum Pferd grundsätzlich zu verbessern, denn die Gespräche zielen auf einen partnerschaftlichen Umgang, bei dem auf die Bedürfnisse beider Partner eingegangen wird.

Contra: Teilweise werden Bewegungsabläufe kompliziert beschrieben. Auch die Beschreibungen für einzelne Übungen hören sich gewöhnungsbedürftig an, zum Beispiel „Fußvergnügen“.

Fazit: Wer sich nicht an neuen Begriffen (siehe oben) stört, kann sehr viel aus diesem Buch mitnehmen und die Beziehung zu seinem Pferd auf ein anderes Level bringen. Es sind die kleinen Gesten, die so viel aussagen! Sharon Wilsie erklärt sie gut und spannend.

* = Das ist ein Affiliate Link. Wenn ihr hierdrauf klickt und etwas kauft, kostet es euch nicht mehr, aber ich bekomme ein paar Cent für Möhren. Was toll wäre, weil dieses Schreiben nämlich total anstrengend ist. Und ich sehr arm bin. Der Ärmste eigentlich.

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