Hasenherz on tour

Faxe beim Ausritt

Letztens war Stallausritt. Offensichtlich ist die Frau nicht an Stutis Beruhigungskräuter rangekommen, denn ich durfte nicht mitmachen. Stuti schon. Else auch, Faxe, Konrad – irgendwie jeder außer mir. Dabei brauch gar nicht ich die Beruhigungskräuter, sondern die Frau.

Die hatte aber leider tausend Gründe, warum sie nicht mitmachen konnte. Sie hat es eigentlich ganz geschickt angefangen, als sie sich als Trossfahrer und allgemeines Bodenpersonal eingetragen hat. Es sollte nämlich unterwegs eine Pause mit Essen geben – darauf hatte sich Faxe besonders gefreut. Für die Menschen sollte es auch etwas geben, und dafür war die Frau zuständig. Ich weiß nicht, was an Gras falsch ist, aber Menschen wollen ja immer ihre Extrawürste. Da die anderen Menschen genauso gern essen und trinken wie die Frau, dabei aber schlanker geblieben sind, fanden anscheinend alle, dass das eine tolle Idee wäre.

Sie wurde sogar dafür bedauert, dass sie sich „aufgeopfert und für die Stallgemeinschaft auf die aktive Teilnahme am Ritt verzichtet hat“ – so jedenfalls die offizielle Version. Und das hatte rein gar nichts damit zu tun, dass sie schon Schnappatmung bekommt, wenn sie nur ans Ausreiten in einer größeren Gruppe denkt. Nein, nein, überhaupt nicht 😉

Stattdessen wurden weitere Gründe gesucht, warum sie leider nicht mitkonnte. Zum Beispiel, dass ich nicht trittsicher wäre – klar, die höchsten Berge am Stall sind um die 50 Meter hoch, da kann man schnell mal einen Höhenkoller kriegen. Auch meine zarte Gesundheit wurde erwähnt und ihre Sorge, dass ich einen so langen Ritt konditionell nicht überstehen würde. Hallo – die Rede war von 2 Stunden, nicht von 2 Jahren! Außerdem wäre ich zu wild (aha) und schlecht erzogen (wessen Schuld ist das bitte?) und die anderen Pferde wären viel zu langsam für mich (gerade eben war ich doch noch so schwach und hinfällig?)

Sie hat ja ein solches Hasenherzchen. Nur schade, dass sie das nicht zugibt und mich stattdessen bei den Kumpels in Verruf bringt und so meine Autorität in der Herde untergräbt. Also nicht, dass ich der Chuck Norris unter den Pferden bin, aber schon so mittleres Mittelfeld, und das würde ich auch ganz gern bleiben. Um die Gerüchte über meine schwächliche Konstitution und allgemeine Ängstlichkeit wieder aus der Welt zu kriegen, musste ich dieses Mal auf der Wiese richtig die Sau rauslassen, damit mich wenigstens Stuti und die Jungpferde ernst nehmen. Und mein von der Frau angeschafftes neues rosa Fliegenhäubchen ist auch nicht unbedingt imagefördernd.

Nur gut, dass Faxe sich bei uns in der Gegend auskennt und der Mann zur Not eine Landkarte lesen kann – wenn wir auf furchtlose Entdeckernaturen wie die Frau angewiesen wären, würden wir heute noch auf dem Parkplatz stehen und auf meine Reiterin warten, die vor lauter Aufregung noch 20 x aufs Klo muss… Vielleicht denkt die Frau auch, dass auf dem Platz rumreiten fast schon ein Ausritt ist, weil es unter freiem Himmel stattfindet. Also quasi in der Wildnis. Es würde mich nicht wundern 😉

P.S.: Das auf dem Foto ist übrigens Faxe. Das wundert euch jetzt nicht mehr, stimmts? 😉

Schöner wohnen oder Feng Shui für die Pferdebox

Faxe hat mich schon oft gefragt, wie ich es schaffe, dass meine Box so saumäßig spektakulär aussieht. Ich habe mich jetzt entschlossen, mein Geheimnis zu lüften, weil es außer uns sicher noch viele Pferde und Ponies gibt, die ihre Besitzer lange gesund und glücklich erhalten wollen, und das mit Hilfe einer simplen Pferdebox.

Für euch gibt es hier wertvolle Tipps zur Umgestaltung eures Zuhauses. In sechs einfachen Schritten erkläre ich, wie ihr eure Schlafstelle nachhaltig so zurichtet, dass eure Besitzer beim Ausmisten zu koordinativen Höchstleistungen gefordert werden. Gleichzeitig ist das ein schönes Ausdauertraining und somit wichtig für Herz und Kreislauf. Schließlich wollt ihr ja noch lange was von eurem Bodenpersonal haben 😉 In der letzten Phase des Ausmistens ist eine meditative Komponente vorgesehen, die keinesfalls mit einer Schockstarre oder einem resignierten Erschöpfungszustand des armen Schweins, dass eure Box ausmisten muss Besitzers verwechselt werden sollte, da dieser in diesem Augenblick wirklich ganz im Hier und Jetzt ist und somit ganz, ganz kurz vor der Erleuchtung steht.

Die nachfolgenden Ratschläge beziehen sich auf Strohboxen. Solltet ihr stattdessen auf Leinstroh, Spänen oder ähnlichem untergebracht sein, so empfehle ich, diese Einstreu im Beisein eurer Service-Fachkräfte mit Genuss zu verspeisen (wenn es zu schrecklich schmeckt: trotzdem Begeisterung heucheln, so lange jemand zuguckt). Oft klappt es dann mit dem Wechsel zur Stroheinstreu. Aber sagt nicht, von wem ihr den Tipp habt 😉

Also. Wegen mir kanns losgehen.

1. Einige Male dynamisch im Kreis drehen. Damit sollte die Einstreu grob von unten nach oben umgerührt sein, so dass das Chi besser fließen kann. Das ist wichtig für die energetische Optimierung.

2. Heu essen. Falls es nicht lecker genug ist: durchs Stroh ziehen und damit vermischen.

3. Stroh essen 🙂 Aber nicht zuviel, sonst bekommt ihr eine Kolik und der Tierarzt muss kommen und unaussprechliche Sachen mit euch tun. Außerdem braucht ihr noch etwas davon für 5.

4. Äppeln. Hier sind kreative Techniken gefragt. Warum nicht mal im Kreis oder im Quadrat äppeln – mal rechtsrum, mal linksrum? Oder an ungewöhnlichen Orten, zum Beispiel in Ecken, die man bisher vernachlässigt hat. Das schult eure Zielgenauigkeit und trainiert die Auge-Hand-Koordination eurer Besitzer. Und immer schön ans Chi denken!

5. Für Fortgeschrittene: Dreidimensionale Strukturen erschaffen. Durch intuitive Vor- und Zurück-Bewegungen könnt ihr Strohrollen bilden, in denen sich sauberes und schmutziges Stroh abwechseln. Ich finde es immer schön, wenn die äußerste Schicht sauber ist. Erstens macht das Feng Shui-mäßig mehr her und zweitens kann man besser den Kopf darauf ablegen.

6. Immer mal 1. wiederholen.

Viel Erfolg! Und achtet darauf, dass ihr zufällig gerade auf der Weide oder dem Paddock seid, wenn euer Bodenpersonal nichtsahnend mit der Schubkarre zur Box fährt. Die Frau kann zum Beispiel ziemlich laut meckern, das will man gar nicht aus der Nähe hören. Sie meint das aber gar nicht so. Sie freut sich mehr so innerlich und kann das nur nicht so zeigen 😉

Berufswunsch: Frührentner

Eine Pferdeherde, grasend auf der Wiese. In goldenes Dämmerlicht getaucht.

Es war schon schlimm genug, als nur die Frau mich zum Abnehmen und Arbeiten kriegen wollte. Seit Else neben mir wohnt, kann ich mir das Tag und Nacht anhören und habe gar keine Ruhe mehr 🙁 Muskelaufbau hier, Training da, weniger Essen, mehr Sport – das kann doch echt nicht alles sein.

Ich habe in diesem Zusammenhang die interessante Beobachtung gemacht, dass meine Pferdekolleginnen und –kollegen immer dann frei haben und nicht arbeiten müssen, wenn sie weiße Paste an den Beinen haben. Diese Paste bewirkt anscheinend auch, dass man viel mehr Zeit draußen verbringen und Gras essen kann. Außerdem wird man sehr bedauert und steht extrem im Mittelpunkt. Genial – das will ich auch! 🙂

Ich kann das aber nur für unseren Stall sagen. Bei uns ist es nämlich so, dass die Pferde jeden Tag auf die Weide oder aufs Paddock kommen und die Besitzer sagen, dass die Pferde nur im absoluten Notfall in der Box bleiben müssen. Ich weiß aber auch, dass es woanders Pferde gibt, die im Offenstall wohnen, die also immer draußen sind, und dass es aber auch welche gibt, die gar nicht rauskommen. Die waren anscheinend so teuer, dass die Besitzer jetzt nicht mehr genug Geld haben, um den Tierarzt zu bezahlen 😉

Wisst ihr eigentlich, warum unsereiner IMMER zu den Kumpels will? Ist doch klar: wenn man allein im Stall bleibt, kann einen der Tierarzt problemlos finden und einem dicke Spritzen in den Hintern geben. Oder Nadeln sonstwohin pieksen. Das ist in der Herde nicht ganz so einfach, vor allem, weil wir Tierarztautos schon von weitem erkennen können 😉

Man glaubt auch gar nicht, wie sportlich Tierärzte sein können, wenn sie einen dann doch mal erwischt haben. Wie zum Beispiel das eine Mal, als mich die Frau durch geschicktes Futtereimer-Schwenken übertölpelt und eingefangen hat. Zack, war ich in der Box. Der Tierarzt leider auch, und mit ihm seine Spritze. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass das hübsche kleine Pferdchen (ich) partout keine Spritze wollte. Sonst hätte er die Boxentür sicher nicht zugemacht. Ich habe ihm das kurz erklärt und er war danach sehr froh, als er aus der Box rauswutschen konnte. Er war dabei fast so schnell wie Faxe, wenn es Essen gibt. Respekt 😉 Die nächsten Male hat mich die Frau immer am Strick festgehalten 🙁

Aber zurück zu der weißen Wunderpaste, die einem soviel Entspannung und Freizeit beschert: Faxe sagt, die Paste macht kranke Körperteile heil. Vielleicht sollten die Frau und Else sich die mal auf den Kopf schmieren, dann hätten sie sicher nicht so viele dumme Ideen 🙂

Else

Ein athletischer brauner Wallach, freilaufend auf einem Sandpaddock, stoppt spektakulär direkt vor der Kamera. Der Hintergrund ist gelb.

Ihr erinnert euch doch an meine Ex-Freundin Else, stimmts? Die sich so unsterblich in diesen blöden Sportpferde-Typen verliebt hat, weil er „so toll aussieht“ und „so eine gute Figur hat“ und „so tolle Muskeln“. Es läge ja auch nicht an mir, dass wir nicht mehr zusammen sind, sondern an ihr. Sie würde jetzt viele Dinge anders sehen und wir könnten ja Freunde bleiben.

Bla bla bla. Nicht mit mir. Der Typ ist doof wie Brot und wenn sie sowas will – bitteschön. Ich bin ein Charakterpferd und jetzt erstmal beleidigt.

Leider wohnt sie seit ein paar Tagen in der Box neben mir, weil mein alter Nachbar umgezogen ist. Das fand ich sehr schade, denn der hat seinen Heulagehaufen immer so an die Boxen-Trennwand geschoben, dass ich dran gekommen bin. Zum Ausgleich durfte er sich an meinem Heu bedienen. Die Frau hat ja leider so komische Vorstellungen davon, was ich essen darf und was nicht, dass ich mich zwangsläufig selbst versorgt habe. Man ist ja Gourmet 😉

Damit ist jetzt erstmal Schluss. Else zeigt sich absolut unkooperativ, was Futtertausch betrifft. Außerdem meckert sie an mir rum. Mein Hals wäre schwabbelig, der Hintern erst recht, und über das, was sie über meinen Bauch gesagt hat, möchte ich nicht sprechen 🙁

Ich habe zu meiner Verteidigung behauptet, dass ich ein Barockpferd bin und dafür einen tiefen Schwerpunkt brauche. Hoffentlich lässt die Frau meine Mähne in der nächsten Zeit in Ruhe, dann glaubt mir Else vielleicht sogar 😉

Eine Fliege macht noch keinen Sommer

Bei uns auf der Weide wohnt neuerdings ein fremdes Wesen, das nach Konrad riecht. Auf den ersten Blick sieht es aus wie eins dieser Monster aus den Filmen, bei denen sich die Frau so gruselt, es aber nie zugeben würde amüsiert. Ringsherum ist es mit labbrigem Stoff eingewickelt und der Kopf besteht aus Ballons für die Augen und die Ohren. Es frisst Gras und tut so, als würde es zu uns gehören, aber wir lassen es sicherheitshalber nicht allzunah an uns herankommen. Zum einen sieht es ganz anders aus als wir und zum anderen kann man sich nicht vernünftig mit ihm verständigen (man sieht ja nix von ihm). Und falls es wirklich Konrad ist: den mochte ich eigentlich noch nie 🙂

Die Frau meint, ich sollte froh sein, dass ich keine Ekzemerdecke brauche, aber ich glaube, der einzige Grund, warum ich noch keine habe, ist, dass es die Dinger nicht in rosa gibt. Ich kenne doch die Frau. Wenn es irgendeinen überflüssigen Firlefanz neuen Reitsportartikel in rosa der passenden Farbe gibt, wird nicht lang gefackelt oder gar nach der Funktion gefragt. Nein, dann muss das Ding her, koste es, was es wolle. Gottseidank kann ich die Sachen schnell und unauffällig zerstören halten die Sachen meist nicht sehr lang 😉

Aber im Moment habe ich wirklich Glück. Ich muss nur ein Fliegenstirnband am Halfter tragen. In schmutzigbraun dezenter Farbgebung. Die anderen haben alle schon ihre Fliegenohren an und sehen aus wie Mulis. Nur das Ponyfräulein nicht, das sieht aus wie ein Zwergesel 🙂

Ein schöner Rücken und so

Die Frau hat echt gute Lungen. Und was für einen Wortschatz sie hat! Ich könnte ihr stundenlang dabei zugucken, wie sie versucht, mich einzufangen 🙂

Es fing damit an, dass sie mir erklärte, meine Hinterhand müsste aktiver werden und ich müsste dort mehr Muskulatur haben. Fand ich zwar nicht, aber Else, meine andere Freundin (ja genau, meine ZWEITE Freundin 😉 ), hat neuerdings nur noch Augen für so einen Angebertyp von Sportpferd, und ich mache mir Sorgen, dass Stuti ihn vielleicht auch toll finden könnte 🙁

Los ging es. Die kleine Frau, die uns der Frau Reitunterricht gibt, ließ uns in jeder Stunde mindestens eine Million Übergänge reiten. Später kamen dann noch Stangen und Cavaletti dazu. Anstrengend, sage ich euch 🙁

Ungefähr nach der dritten Reitstunde, als ich fand, ich sähe schon ganz schön muskulös und sportlich aus, sagte die kleine Frau, bergauf und bergab klettern im Gelände wäre auch super für Rücken und Hinterhand. Bevor ich noch dazu kam, mich zu freuen, fing die Frau schon an, so hektisch zu schnaufen wie Faxe, als er einmal schlimm allergisch war. Die Frau traut sich nämlich nur ins Gelände, wenn sie vorher an Stutis Beruhigungskräutern war 😉 Sonst fällt sie vor Angst fast runter.

Faxe hat bei seiner Allergie neulich eine Spritze und weißes Pulver bekommen. Ich glaube, die Frau auch, denn heute war ihre Lunge wieder toll in Ordnung 😉 Ich habe unseren Trainingsplan nämlich kurzerhand um Bergauf- und Bergabklettern auf der Weide ergänzt und bin nicht gekommen, als mich gerufen hat.

Von hier oben auf dem Hügel kann man ganz toll weit gucken und die Frau dabei beobachten, wie sie bergauf klettert und dabei schimpft. Insgeheim freut sie sich sicherlich, dass sie auf die Art auch ihre Hinterhand trainiert. Sie kann das aber manchmal nicht so zeigen 😉

Mit allen Wassern gewaschen

Das mit dem Sattelverstecken hat irgendwie nicht geklappt. Schade. Sattelsuchen hätte der Frau bestimmt Spaß gemacht und mir möglicherweise mehr Freizeit beschert 🙂 Macht aber nix. Ich habe mich stattdessen um meine eine Freundin Stuti gekümmert. Erwähnte ich bereits, dass ich jetzt ZWEI Freundinnen habe? Ich bin voll der Wilde 🙂

Stuti ist sehr froh, dass wir die ganze Zeit so schönes Wetter haben. Sie ist nämlich wasserscheu, was die meiste Zeit total lustig ist. Also für mich und Faxe, nicht für Stuti.
Wenn es regnet, meint sie, der Himmel fiele ihr auf den Kopf. Das ist tatsächlich aber noch nie passiert. (Glaube ich.) Wenn mein Heu nassgemacht wird und sie zufällig in der Nähe des Wasserschlauchs ist, macht sie ganz große Augen und schnauft. Beine abspritzen und Schweif waschen ist auch GANZ schlimm. Durch Pfützen gehen klappt nur mit einem heldenhaften Führpferd (also mit mir ;)). Daran ist allerdings Faxe schuld. Er hat ihr von großen weißen Fischen erzählt, die in Pfützen leben und nichtsahnende Pferde unter Wasser ziehen. Es konnte ja wirklich keiner damit rechnen, dass sie solche Geschichten glaubt.

Ich zum Beispiel bin nicht darauf reingefallen. Killerfische, die in Pfützen leben, was für ein Quatsch! Anders ist es natürlich mit dem Monster vom Loch Ness. Da weiß ich zum Beispiel aus sicherer Quelle, dass das gar nicht in Pfützen passt, sondern in dem kleinen Tümpel um die Ecke wohnt. Gut zu wissen, oder? Um den Tümpel mache ich seitdem einen großen Bogen. Sicher ist sicher 😉

Jeden Tag Ostern

Gelbe und rote Ostereier im Gras. Daneben blüht Löwenzahn.

Heute laufen kleine Menschen draußen rum und suchen Dinge im Gras, meistens bunte Eier und Schokohasen. Die Frau nicht. Die macht das jeden Tag, und nicht nur im Gras 🙂

Wirklich wahr. Was die schon alles verloren und (manchmal) wiedergefunden hat, passt in keine Futterkammer. Ich verliere ja auch schon mal was, meistens Hufeisen, und Stuti hat letztens einen Milchzahn verloren, aber die Frau verklüngelt alles, was nicht festgewachsen ist. Wenn ihr mir nicht glaubt, könnt ihr den Mann vom ADAC fragen, der ihr das Auto aufmachen sollte, als der Schlüssel mal wieder verschlampt verschwunden war 😉 Leider hat es mit meinem Sattel bisher noch nicht geklappt. Den hat sie immer wiedergefunden. Die Trense auch 🙁

Aber ich habe zirka 27 Hufkratzer und noch mehr Führstricke, weil die verschlampten verschwundenen Sachen immer genau dann wieder auftauchen, wenn die Frau etwas Neues gekauft hat. Kurz mal überlegen – 5 Longen sind es mittlerweile 😉 Sie könnte sich ja das Suchen sparen und direkt shoppen gehen, aber nein, erst wird alles wuschig gemacht und Hektik verbreitet.

Aber vielleicht sucht sie einfach nur gern, so wie Anton, der Hofhund? Der läuft auch immer so planlos hin und her und her. Ich könnte ihr auch mal was verstecken. Bestimmt freut sie sich dann und hat mich besonders lieb. Womit fang ich an – vielleicht mit dem Sattel? 😉

Zum Beispiel Faxe

Faxe mit Reiter im Schattenriss. Der Reiter trägt Hut und Mantel und sieht verwegen aus. Faxe auch.

Ach je. Das Krimischreiben gestaltet sich (noch) schwieriger als erwartet. Zum einen fehlt die Handlung, zum anderen die Rollenverteilung. Ich hatte es befürchtet.

Zum Beispiel Faxe. Er hat mich ja auf die Idee gebracht und ist jetzt meine Teilzeit-Muse. Ich hatte ihn im Krimi als Hilfsdetektiv eingeplant. Kennt man ja. Der Held hat praktisch IMMER einen Helfer. Batman hat Robin, Sherlock Holmes hat Dr. Watson, Derrick hat Harry und Kara Ben Nemsi seinen Hadschi Halef Omar.

Harry Potter und Aragorn Familie Beutlin haben sogar mehrere. Aber Faxe und ich sind uns gerade nicht einig, wer denn da nun der Held ist und wer nicht 😉

Praktisch genauso wie jetzt bei uns: Natürlich bin ich Held, Oberdetektiv, Geheimagent und coole Sau in einem und Faxe nicht. Faxe ist süß und flauschig und somit der perfekte Assistent, bei dem sich – zum Beispiel 😉 – die Frauen verplappern, weil sie ihn für harmlos halten.

Aber nein, Faxe will groß und böse sein. Zumindest im Krimi. Im Ernst jetzt– er will der Mörder sein, auch wenn er am Ende ganz klar unterliegt. Kommissar Pfridolin deckt nämlich scharfsinnig und erbarmungslos auch das kleinste Verbrechen auf, damit das klar ist 🙂

Und mal ganz unter uns: Ein putziger Tinker mit ordentlich frisierten Füßen ist einfach kein fieser, gefährlicher Oberschurke. Ohne mich ist er doch hilflos. Außer wenn es ums Deckenausziehen, Abhauen aus der Box und Einbrüche in die Futterkammer geht 😉

Auf dem falschen Fuß erwischt

Das sagte Frau Schmied neulich, als ich ihr aus Versehen (wirklich!) auf den Fuß getreten bin. Sie trägt nämlich Schuhe mit Stahlkappen. Die Frau nicht. Die hüpft und schreit. Das ist praktisch, wenn sie beim Satteln den Gurt zu doll anzieht: Ein kleiner Schritt zur Seite, das Geschrei ignorieren und entspannt weiteratmen 🙂 Merke: Das ist der richtige Fuß.

Frau Schmied weiß ja ganz gut mit Füßen Bescheid und ist somit (und ganz allgemein :)) eine seriösere Informationsquelle als die Frau. Ich habe noch ein bisschen herumexperimentiert und herausgefunden, dass es egal ist, auf welchen Fuß man tritt – die Reaktion ist die gleiche. Demnach hat die Frau zwei richtige Füße. Was bestimmt gut ist 🙂

Wie schafft sie es dann nur, auf dem falschen Fuß leichtzutraben? Ich meine, sie sitzt doch die meiste Zeit nur auf mir rum – wenn sie mir nicht grade rhythmisch ins Kreuz fällt… Das Traben erledige ich für sie, und meine Füße sind auch alle richtig 🙂

Was sie noch kann: Auf der falschen Hand angaloppieren. Ich hab doch gar keine Hände – ich galoppiere mit meinen Füßen. Vielleicht kann ihr das mal jemand sagen? 😉