Schlagwort-Archiv: Lucero

Der Lutschi von hinten

Piepsen im Popo

Seit neuestem hat der Lutschi Piepsen im Popo. Weil ihm nämlich die Frau dauernd Fieber misst. Anscheinend ist das spanische Mähnenwunder besonders zerbrechlich und krankheitsanfällig. Dabei ist der Lutschi intellektuell so simpel gestrickt, dass er eine Bazille noch nicht einmal dann erkennen würde, wenn sie ihm laut schreiend in den Hintern tritt.
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Der Lutschi im Profil

Die Frau hat ein Barockpferd

Der Lutschi ist mal wieder was Besonderes. Typisch. Wenn ich um die Hüften so schwabbelig wäre wie unser spanisches Mähnenwunder, wäre ich schon längst mit einem kleinen Heunetz und einem großen Sportprogramm zwangsbeglückt worden. Aber ich bin ja auch nur ein Hannoveraner Fast-Hengst und kein Lutschi. Der kriegt nämlich durch seinen treudoofen Dackelblick eine Extrawurst nach der anderen. Weil er ein Barockpferd ist. Das sagt jedenfalls die Frau, unsere gemeinsame Besitzerin, mit wichtiger Miene.
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Der Lutschi lächelt in die Kamera

Slow Riding

Slow Food kennt ihr, oder? Halt das Gegenteil von Fast Food. Aber kennt ihr auch Slow Riding? Nein? Dachte ich mir. Das ist nämlich eine Erfindung der Frau, die mit der Behauptung, der Lutschi wäre nicht langsam, sondern versammelt, nicht durchgekommen ist. Der Lutschi, der eigentlich Lucero heißt und unser spanisches Mähnenwunder ist, wird so genannt, weil er seine Umgebung vornehmlich mit dem Maul erkundet – er isst alles, was er findet, und was er nicht essen kann, wird zumindest angeknabbert, die Frau eingeschlossen. Sie ärgert sich dann zwar immer, aber wenn er sie mit seinem grenzdebilen Dackelblick anschmachtet, ist alles vergeben und vergessen.
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Ein schwarzes Pferd mit langer Mähne

Lutschi in der Hölle

Neulich habe ich durch Zufall mitbekommen, wie sich unser selbsternanntes spanisches Mähnenwunder, der Lutschi alias Lucero, bei meinem Kumpel Faxe ausgeheult hat. Er würde nämlich ausgebeutet, jawohl.

Ich spitzte die Ohren. Ich meine, wenn hier jemand ausgebeutet wird, dann ja wohl ich. Vor allem frisurentechnisch. Aber nein, der spanische Zottelzwerg mit der endlosen Wallemähne tut sich leid und jammert. Immer müsste er entweder die Frau oder Frau Reitlehrerin rumschleppen, und das wäre voll anstrengend. Nix mehr mit Welpenschutz.
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Ein schwarzes Pferd schaut in die Kamera. Es trägt ein schickes Halfter in Blautönen.

Der Leichtmatrose und das Paddock

Vom Leichtmatrosen hab ich euch schon erzählt, oder? Das ist dieser nichtsnutzige Spanier namens Capitàn, der neu zu uns gekommen ist. Man hat uns nämlich aus irgendwelchen finsteren Gründen von der Weide genommen und zusammen aufs Paddock gepfercht. Mit der fadenscheinigen Begründung, jetzt wäre Herbst und da wäre das nun mal so.

Das ist mir übrigens schon häufiger passiert. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen wird man statt auf die Weide aufs Paddock gebracht. Zuerst bin ich ja noch davon ausgegangen, dass die Menschen ihren Irrtum erkennen, wenn man sie nur nachdrücklich genug darauf aufmerksam macht, aber irgendwie sind die so begriffsstutzig, dass sogar der Lutschi, unser spanisches Mähnenwunder, das bekanntlich sämtliche Gehirnzellen fürs Mähnenwachstum aufbraucht, dagegen der reinste Blitzmerker ist.
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Ein schwarzes Pferd mit offenem Maul. Es sieht aus, als würde es lachen.

Ausritt mit Tinker

Letztens war es wieder soweit – der Regen hatte eine längere Pause eingelegt und die Sonne schien so warm, dass der Frau doch glatt die Argumente ausgingen, weshalb sie angeblich gerade nicht ausreiten könnte. Sie ist ja weder nervenstark noch wetterfest, obwohl sie gern das Gegenteil behauptet. Typischerweise laufen diese Gespräche so ab:
Befreundete Reiterin: „Sollen wir ausreiten?“
„Würd ich total gern, aber dahinten sieht‘s nach Regen aus.“
„Das ist ein klitzekleines weißes Wölkchen am ansonsten knallblauen Himmel.“
„Ja eben.“ Angestrengte Suche nach einem weiteren Hinderungsgrund. „Außerdem müssen wir üben, wir haben in einer Woche wieder Reitunterricht.“
„Oh, aha. Wie oft hast du denn Unterricht?“
„Einmal pro Woche.“
„Dann hattest du also … gestern Unterricht?“
„Jaja, wir müssen viel üben. Zirkel reiten und so. Und vorwärts gehen. Der Pfridolin ist so faul.“
„Oh, aha. Wird das denn besser, wenn man nur Zirkel reitet?“
„Komischerweise nicht.“
„Vielleicht dann doch mal ein kleines Ründchen durchs Gelände…? Wegen der Abwechslung und so?“
„Ich weiß nicht, da sind doch bestimmt ganz viele Trecker unterwegs.“
„Die Ernte ist vorbei und die Felder sind gepflügt.“
„Die Bauern fahren doch auch schon zum Mal zum Spaß Trecker.“
„Ach so?“
„Ja echt. Die tun das nur, um mich zu ärgern.“
„Schon klar. Wusste gar nicht, dass du Angst vor Treckern hast?“
„Ich doch nicht!!! Der Pfridolin ist immer so unsicher im Gelände.“
„Vielleicht fehlt ihm die Erfahrung?“
„Dem fehlt gar nix, der geht ja immer mit dem Mann raus.“
„Hat er da auch Angst vor Treckern?“
„Was ist denn das für eine blöde Frage? Und überhaupt muss ich jetzt ganz dringend mein Sattelzeug putzen.“
„Kein Problem, wir können auch danach noch ausreiten. Nimmst du halt den Lutschi, der ist ne coole Socke.“
„ICH hab überhaupt keine Angst, dass das mal klar ist.“
Später dann: „Na, ist der Sattel sauber? Können wir?“
„Schon, aber du, das mit dem Ausreiten verschieben wir lieber. Es wird ja bald dunkel, in fünf Stunden schon, dann ist das zu gefährlich.“
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Lutschi

Das Herbstfell

Der Lutschi, der ja unser spanisches Mähnenwunder ist, hat sich letztens sehr gewundert, als es ein paar Tage lang geregnet hat. Soviel Wasser! Wo er früher gewohnt hätte, hätte es sowas nicht gegeben. Und fröstelig wäre es, meinte er, als er wehleidig sein kümmerliches Sommerfell aufstellte. Zuhause hätte er sich um die Zeit immer die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Ob das Wetter hier vielleicht kaputt wäre?, fragte er und guckte so unintelligent, wie das seine Art ist.

Bei sowas schnauf ich ja nur genervt. Was sich dieses spanische Weichei immer ausdenkt! Das hier ist nämlich ganz normales Wetter. Das ist überall gleich, jawoll, und da muss man sich nicht so anstellen. Ich stell mich ja auch nicht an. Also meistens nicht. Und dass man bei 10 Grad und Dauerregen beim Personal bei der Frau eine Regendecke bestellt, ist ja wohl völlig normal. Sonst krieg ich nämlich Rücken und das macht richtig schlechte Laune.

Strenggenommen tut sich die Frau also selbst einen Gefallen, wenn sie mich dann eindeckt. Aber ansonsten ist das eben das Wetter und damit kommt so ein Kerl wie ich locker klar. Aber der Lutschi muss natürlich jetzt schon ein Deckchen haben, weil er ja so zart und exotisch ist. Memme.

Der Frau kommt das natürlich entgegen. Endlich wieder ein Grund zum Shoppen! Und was für ein lustiger Zufall, dass gerade diverse Reitsportkataloge ins Haus geflattert sind! Nun ist es ja nicht so, dass der Lutschi bisher nackt herumgelaufen wäre. Er ist im Frühjahr bei uns eingezogen und hat von der Frau als erstes eine Grundausstattung von fünf Decken bekommen. Eine ungefütterte Regendecke. Eine leicht gefütterte Regendecke. Eine Regendecke zum Wechseln. Eine etwas mehr gefütterte Paddockdecke und – richtig geraten – eine noch etwas mehr gefütterte Paddockdecke. Damit war aus ihrer Sicht der Temperaturbereich von plus 15 bis knapp über dem Gefrierpunkt abgedeckt. Der Lutschi sollte also unbeschadet dem deutschen Frühling und Sommer trotzen können.

Aber was, wenn jetzt plötzlich der Frost kommt und das iberische Zimperlieschen das große Frösteln kriegt? Da hilft nur eines: Richtige Winterdecken müssen her, mit denen der Lutschi kanadische Blizzards bei minus 40 Grad überstehen könnte. Die waren im Hochsommer schwer zu kriegen, aber wenn die Frau ausreichend hysterisch motiviert ist, schafft sie fast alles. Jetzt steht der Lutschi mit einem Berg Pferdedecken da, der größer als er selbst ist, und freut sich, dass er die der Reihe nach zerstören benutzen darf.

Nichtsdestotrotz habe ich den Lutschi zusätzlich noch in die Feinheiten des Fellwechsels eingeweiht, denn damit kennt er sich anscheinend nicht aus. Ich habe dabei extra langsam gesprochen, denn das habe ich im Umgang mit der Frau gelernt. Auch wichtig: Kurze Sätze. Der Lutschi kann mir ja intellektuell nicht das Wasser reichen kann, darauf muss man Rücksicht nehmen.

Ich habe dem Mähnenwunder also erklärt, dass unsereiner sich jetzt allmählich ein puschelig warmes Fell zulegt – zuerst ein Herbstfell und später dann ein Winterfell. Der Lutschi hat mich mit großen Augen angeguckt und mir stolz die drei zusätzlichen Haare gezeigt, die er sich hat wachsen lassen. Mit der Bemerkung, er wäre jetzt ein Bär. Außerdem, sagte der Lutschi, hätte er ja Decken und noch dazu diese sagenhaft lange Mähne, die würde gut wärmen und auch optisch was hermachen. Die Mädels würden die auch gut finden.

Tja, und seitdem frage ich mich, warum ich eigentlich der Einzige bin, der immer unter den Frisierkünsten der Frau leiden und seine verhunzte Mähne unter einer Schlammkruste verstecken muss, während beim Lutschi alles ungehemmt wuchern darf. Soviel Mähne schadet doch der Gehirnaktivität. Was wohl der Tierschutzverein dazu sagt?

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Love is in the Air

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Else und ich eine dynamische On-Off-Beziehung haben, mit mehr Off als On. Ihr erinnert euch – meine Boxennachbarin Else. Die mit den langen Zähnen und dem schnellen Hinterbein. Die ständig über meine Plautze unsportliche Figur gelästert hat und mich zum Abnehmen vergattern wollte. Genau die Else, die mir immer den total verpeilten Konrad als leuchtendes Vorbild vorgestellt hat. Ja genau, Konrad. Das Sportpferd muskelbepackte Spatzenhirn. Als ob der mir in irgendeiner Weise das Wasser reichen könnte!

Was wesentlich geheimer ist, ist, dass sogar Else eine romantische Ader hat. Die tritt zwar nur selten zutage, dann aber richtig.

Es fing damit an, dass sie meine Nähe gesucht hat, und zwar nicht, um mich zu beißen. Das fand ich schon ungewöhnlich. Elses Dauerdiät ist nämlich beendet und sie darf ohne Fressbremse auf die Weide, weshalb ich ihr aus Sicherheitsgründen erstmal aus dem Weg gegangen bin. Ich hatte vorher noch übel über sie gelästert ihr nämlich vorher noch allerlei Informationen über ihre Figur gegeben, von der auch nach der Diät noch ganz viel da ist, und fürchtete nun ihre Rache.

Da stand ich nun – hinter mir der Zaun, vor mir Else, und schnaufte einmal tief durch. Das muss sie so beeindruckt haben, dass sie mit einem Mal Herzchen in der Pupille bekam und mich vor lauter Zudringlichkeit fast noch in den Zaun geschubst hätte.

So ist das eben, wenn man eine unwiderstehlich männliche Ausstrahlung hat. Ich bin quasi der George Clooney der Pferdewelt. Da wird sogar so jemand wie Else weich 😉

Leider hielt die traute Zweisamkeit nicht lange an, weil Else sich auf peinlichste Art und Weise an andere Pferde rangemacht hat. Dass sie mit Stuti und Rosa herumgeturtelt hat, kann ich ja noch verstehen – ich MAG Stuten! Aber als sie dann noch Faxe und Konrad angeflirtet hat und noch nicht einmal vor dem Lutschi, der ja noch sehr unreif ist, zurückgeschreckt ist, war sogar für mich eine Grenze überschritten. Meine Else im wahllosen Liebestaumel! Und das, wo sie doch mich haben kann! Wenn ich mich getraut hätte, hätte ich sie zur Rede gestellt. Aber sie ist halt schon sehr groß und stark^^

Anscheinend muss ich damit leben, dass wir eine offene Beziehung haben. Ich mit ihr und sie mit allen anderen Pferden.

Lutschi Frage

Ich hab da mal ne Frage

Der Lutschi, der eigentlich Lucero heißt und ein spanisches Mähnenwunder ist, wohnt jetzt schon länger bei uns und hat auch schon viel gelernt. Zum Beispiel sieht er die Frau mittlerweile nicht mehr als das gottgleiche Wesen, als dass sie ihm anfangs vorgekommen ist.

In der ersten Zeit hat er sie noch begeistert angestaunt, vielleicht auch, weil er bisher keine Menschen kannte, die sich auf die ihr eigene, unnachahmliche Art fortbewegen und die körpersprachlich so wirr kommunizieren. Mittlerweile hat aber sogar der Lutschi, an dessen Geistesgaben ich bekanntlich starke Zweifel hege, gemerkt, dass die Frau harmlos ist und die meiste Zeit gar nicht weiß, was sie so tut. Gestern war zum Beispiel so ein Tag.

Es fing damit an, dass die Frau das minderjährige Mähnenwunder auf den Reitplatz zerrte, wo sie ihn laufen lassen wollte. Sie nennt das übrigens Freiarbeit, weil sich das cooler anhört. Dort waren noch ein paar Sprünge aufgebaut, die sie „mal eben“ wegräumen wollte. In der Zeit sollte sich der Lutschi schon mal alleine im Schritt warmlaufen. Manchmal frage ich mich schon, was in ihrem Kopf so vorgeht ^^

Die Frau räumte also planlos hin und her, während ihr der Lutschi über die Schulter schaute und sich partout nicht von ihr trennen wollte. Jaaa, aufdringlich sein kann er :) Ihre weiteren Versuche, ihn wegzuscheuchen, hätten leider auch nicht geklappt, weshalb sie ihn dann einfangen und führen wollte.

Das wollte der Lutschi aber nicht. Der hatte nämlich inzwischen herausgefunden, dass auf der anderen Seite der Umzäunung Gras wächst und es fast gar nicht anstrengend ist, sich so zu verrenken, dass man drankommt. So bewegten sich beide von Grasbüschel zu Grasbüschel, bis auch die Frau ausreichend aufgewärmt war. Der Lutschi hatte währenddessen noch verschiedene andere Fragen, zum Beispiel, ob er wirklich von den Grasbüscheln weg müsste und wieso er schneller laufen sollte. Und warum ausgerechnet außen rum? In der Mitte wäre doch auch Platz.

Die Frau sah das anders. Der Lutschi hätte sich bitteschön von ihr zu entfernen, wenn sie böse guckt. Trab und Galopp auf puren Gedankenimpuls hin wär auch nicht schlecht, alternativ würde halt ziellos mit der Longierpeitsche herumgefuchtelt. Aha. Der Lutschi war davon nicht im gleichem Maße überzeugt. Erstens, so seine Argumentation, wäre es lustiger bei der Frau als alleine draußen auf dem Hufschlag. Mit der Frau könnte man nämlich toll spielen. Zweitens wäre die Peitsche zu kurz. Da könnte sie ruhig wedeln, was das Zeug hält, sie würde ihm nicht gefährlich werden. Und drittens wollte er wissen, ob die Frau denn ganz sicher wäre, dass er das tun müsste? Ja, das war die Frau und wedelte noch etwas entschlossener mit der Peitsche.

Der Lutschi meinte, er hätte da noch ne Frage. Ja?, meinte die Frau, nun schon mit einem bösen Glitzern in den Augen. Ob er denn wirklich rechtsrum laufen müsste, linksrum wäre nämlich seine neue Lieblingsrichtung. Schwupps, weg war er. Gefolgt von der Frau, die sich ja bekanntlich mehr bewegen will.

Der Lutschi. Wer hätte das gedacht, dass er einmal bei mir in die Lehre geht und mir dabei hilft, die Frau zu gymnastizieren? Also ich nicht. Als er mir das erste Mal schläfrig in die Augen blickte, war ich noch sehr, sehr skeptisch, was unsere gemeinsame Zukunft angeht. Die Frau hat bestimmt auch nicht damit gerechnet, dass er sich so gut entwickelt. Sicher ist sie insgeheim sehr stolz auf uns beide.

Aber Haken schlagen muss sie wirklich noch üben, das geht geschmeidiger 😉

P.S.: Wer wissen will, wie man das mit der Freiarbeit besser hinkriegt, kann zum Beispiel bei Fühlend Reiten oder bei der Pferdeflüsterei nachlesen. Oder man holt sich bei Tash Horse Experience Grundlagenwissen über Seilchenschwinger und Wattebauschwerfer :)

Wassersport

Wir treiben Wassersport

Auf dem Longierplatz sind Pfützen. Da waren schon lange keine Pfützen mehr und mit einem Mal sind welche da. Solche plötzliche Veränderungen bedeuten normalerweise Gefahr.

Und wenn es nur Gefahr für die Frisur ist. Ich meine, wer hat schon gern nasse Füße oder einen nassen Bauch? Die Frau nicht, sonst würde die nicht so komisch um die Wasserlachen herumstaksen. Überhaupt ist das mal wieder typisch: Mir erzählt sie, es wäre doch „nur Wasser“ und ich sollte da durchmarschieren und mich nicht so anstellen, und selber vermummt sie sich mit Regenhose und Gummistiefeln und tut so, als wäre es Salzsäure. So nach dem Motto: Bloß nicht reintreten.

Glücklicherweise habe ich an unserer Longiertechnik gefeilt und kann mittlerweile nicht nur einschätzen, wie lang die Longierpeitsche ist, sondern auch, wohin die Frau als nächstes treten wird. Und da kann man an Zufall glauben, man muss es aber nicht: Meistens liegt dieser Punkt genau in einer Pfütze :)

Natürlich bewegen wir uns beim Longieren auch nicht auf einem gleichmäßigen Kreisbogen, das habe ich ihr gleich zu Anfang abgewöhnt. Was ich stattdessen eingeführt habe: Den gefütterten Handwechsel.

Und der geht so: Man muss es schaffen, in die Zirkelmitte zu kommen (das geht bei der Frau leicht, weil sie sich freut, wenn ich brummelnd auf sie zukomme). Wenn man dann seinen Platz in der Mitte eingenommen hat, kann man sich nach Belieben umdrehen und die Frau lieb angucken. Die kann dann versuchen, mit einem beherzten Sprung hinter mich zu kommen und mich auf die Zirkellinie zurückzuschicken, es wird aber in den allermeisten Fällen beim Versuch bleiben 😉

Also haben wir uns auf folgendes Prozedere geeinigt: Ich halte außen auf der Zirkellinie an und bleibe dort kurz stehen. Wenn sie schnell genug ist, schafft sie es zu mir hin und stopft mich mit Leckerchen voll (die sind lecker und stecken voller Kalorien, geben also Kraft fürs weitere Longieren). Ich brummele ihr auch schon entgegen, damit sie sich nicht ausgenutzt fühlt. Bin ja einfühlsam und romantisch 😉 Während sie Herzchen in der Pupille und ich die Backen voll Leckerlis habe, lasse ich mich anstandslos wenden und marschiere andersherum weiter. Eine klassische Win-Win-Situation.

Der einzige, der mit dem gefütterten Handwechsel nix anfangen kann, ist unser spanischer Neuzugang, der Lutschi. Der will es der Frau immer so recht machen, dass es fast schon unheimlich ist. Also sofern er die Aufgabe verstanden hat und sie mit seiner minimalistischen Siesta-Einstellung umsetzen kann. Wenn das zusammen passt, ist er ganz unanständig dienstbeflissen. Unter uns: Ich führe das auf seinen geringen IQ zurück.

Der Lutschi hat das Prinzip des Anhaltens und Herumstehens so verinnerlicht, dass es sogar die Frau schafft, an der Longe ordentliche Handwechsel hinzubekommen. Wären da nicht seit neuestem die Pfützen, von denen sich der Lutschi magisch angezogen fühlt. Er hat schon herausgefunden, dass er beim Traben daraus trinken kann. Und wenn man ordentlich darin herumplantscht, kriegt auch die Frau ihren Anteil Wasser ab. Der Lutschi denkt sich bei sowas nix, außer vielleicht, dass sie Wasser genau so gern mag wie er, und wundert sich dann, wenn sie schimpft. (Typisch Frau. Da geht mal einer für sie durchs Wasser und dann ist es auch wieder nicht richtig.) Tja, und beim Handwechsel kann er einfach nicht stehen bleiben, wenn Wasser in der Nähe ist. Er muss dann da rein. Das setzt bei der Frau ungeahnte Kräfte und große Schnelligkeit frei, so dass sie meistens bei ihm ist, bevor er sich gewälzt hat :)