Für euch gelesen: Nina – Das Flüstern der Pferde

Die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, hat ein echtes Problem. Und zwar hat sie eine Freundin. Das allein ist zwar erstaunlich, aber noch nicht das Problem. Das Problem ist vielmehr die Tochter der Freundin. Weil die Geburtstag hat und die Frau ihr was schenken will. Aber nicht irgendwas, nein, es soll ein vernünftiges Geschenk sein. Nun ist guter Rat teuer. Aber zum Glück gibt es das Internet und die liebe Carina Warnstädt, die praktischerweise gerade ein Buch geschrieben hat und es uns zum Probelesen überlassen hat. Jetzt zahlt es sich aus, dass ich lesen und schreiben kann! Der Lutschi, was unser spanisches Mähnenwunder ist, darf auch mittesten. Sein Anteil beschränkt sich darauf, das Umschlagfoto anzugucken und seinen Kopf in die Kamera zu halten, damit man denkt, er wäre intelligent oder zumindest Influencer.

Aber ich schweife ab. In dem Buch geht es um Nina, eine junge Frau, die mit Pferden eigentlich nichts am Hut hat, aber feststellt, dass ihr der Umgang mit ihnen guttut. Reiten will sie gar nicht, ihr reicht es eigentlich schon aus, in der Nähe von Pferden zu sein. Nina ist eine sympathische Protagonistin, die auffällig viel Wert auf einen strukturierten Alltag legt. Wir erfahren später, dass bei ihr eine Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert wurde. Nina ist aber entschlossen, ein möglichst normales, unauffälliges Leben zu führen, was ihr auch im Großen und Ganzen gut gelingt. Sie lebt allein, studiert Psychologie und hält sich halt gern in der Nähe von Pferden auf. Bis sie eine besondere Stute kennenlernt und ratz-fatz Riesenärger bekommt. Warum wieso weshalb müsst ihr schon selbst lesen, ich kann ja hier nicht alles verraten.

Hier erstmal die Eckdaten:
Nina – Das Flüstern der Pferde
Carina Warnstädt
BoD – Books on Demand
244 Seiten / 10,99 EUR

*

Auf jeden Fall geht es ab jetzt auf und ab in Ninas Leben. Sie lernt einen netten Westerntrainer kennen, der sich praktischerweise auch im Englisch-Reiten auskennt und ihr von der Pike auf alles beibringt, was im Umgang mit Pferden wichtig ist. Wie ihr wahrscheinlich schon vermutet, ist der Kerl zudem noch nett und hilfsbereit. So lernt Nina nach den Basics wie Putzen und Führen auch Bodenarbeit, kann sich im Natur-Trail erproben und hinter die Kulissen eines Western-Turniers schauen. Parallel dazu hat sie die Probleme, die man halt so hat – plus ihre Autismus-Spektrum-Störung, die sich immer mal wieder meldet. Und dann ist da noch die Norikerstute Fiola, zu der sie eine besondere Verbindung hat. Und wie sich das alles entwickelt, das ist schon sehr gut herausgearbeitet.

Die Frau fand die Geschichte zuerst langweilig, weil es ja ein Jugendbuch ist (empfohlen ab 14 Jahre, mit Triggerwarnung). Aber schon nach kurzer Zeit ist ihr Nina ans Herz gewachsen, was sie aber niemals zugeben würde. Das im Buch geschilderte Auf und Ab und vor allem Ninas weitere Ausflüge in die Pferdewelt sind aber so gut und spannend geschrieben, dass man Anteil nimmt und mitfiebert.

Pro: Ein optisch liebevoll gestaltetes Buch mit einer sympathischen Heldin, die einen durchaus berührt. Doch, ja. Außerdem kommen Pferde darin vor.

Contra: Möglicherweise habe ich das falsch verstanden – ich bin ja hier nur das Pferd – , aber mir kommt es so vor, als hätten Nina und Simon die Stute Holly im Wald am Knotenhalfter angebunden, bevor sie auf Entdeckungstour gehen. Kann man natürlich machen, ist dann aber blöd, wenn jemand das nachmacht und etwas passiert.

Fazit: Prima Buch, auch für Leute geeignet, die deutlich älter als vierzehn sind. Man erfährt zwanglos mehr über Autismus-Spektrum-Störungen, die unterschiedlichen Disziplinen auf Western-Turnieren und kann Ninas unterhaltsam geschilderte erste Schritte in der Pferdewelt miterleben.

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