Für euch getestet: OsteoDressage Onlinekurs Trainingsplanung und Exterieur

Die sogenannte Besitzerin hält sich ja gern für ein Naturtalent und kommt damit teilweise auch durch. Hauptsächlich, weil sie keinen Widerspruch dagegen zulässt und jeden in Grund und Boden quatscht, der das Gegenteil behauptet. Nur blöd, wenn man insgeheim das Bedürfnis nach hochwertigem Input hat, aber corona-bedingt den gewünschten Unterricht nicht bekommt. Oder man einfach in der falschen Weltgegend wohnt. Was also tun? Richtig, Onlinekurse gucken!

Mit Seitengängen und Trainingstherapie kennt sich die Frau ja ihrer Meinung nach aus. Was also fehlt? Genau, Trainingsplanung. Unter besonderer Berücksichtigung des jeweiligen Exterieurs, versteht sich. Nicht so stumpf 0815-Training, nein, es darf schon individuell sein. Auf die zarten Körper vom spanischen Mähnenwunder und von mir maßgeschneidert.

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So ein Kurs ist nur einen Mausklick entfernt… umso größer die Überraschung, als es ans virtuelle Auspacken geht. Ah, vier Trainingseinheiten, das ist ja schnell geguckt. Denkste. Die Videos sind ECHT lang (insgesamt siebeneinhalb Stunden), man bekommt also viel für sein Geld.

Also dann. Die Frau erholt sich vom ersten Schock („Sooooo lang sind die Videos! Wann soll ich die denn bitteschön gucken?!“) und setzt sich frohgemut vor den Rechner. Gutes Training schützt das Pferd, erfährt sie und macht sich auf die Suche nach unterstützenden Unterrichtsmaterialien. Prima, denkt sie. Mit Skript! Da muss ich mir ja nix mehr merken. Leider nein, leider gar nicht. Denn ratet mal, wer hinterher die wunderbar maßgeschneiderten Trainingspläne erstellen soll? Die sogenannte Besitzerin kommt noch drauf.

Es geht los mit Physiologie der Bewegung und Sensomotorik. Da hat die Frau das erste Mal Spiralen in den Augen. Und dann werden auch noch Bücher empfohlen… eijeiejeijeijei. So anstrengend hat sie sich das nicht vorgestellt. Bisschen Video gucken und dann alles wissen, gell. Aber aktiv was dafür TUN??? Die Frau ist entsetzt. Hätte man aber draufkommen können, finde ich. TrainingsPLANUNG, gell. Hat was mit Denken zu tun. (Spoileralarm: Am Kursende gibt’s einen Test. Da hat aber jemand dumm geguckt.)

Weiter geht’s mit Kompression und den unterschiedlichen Regenerationszeiten. Staunend erfährt die Frau, was man da alles beachten muss. Weitere Themen: physiologische Form vs. dressurmäßige Form und die Notwendigkeit, letztere zu trainieren. Na also, geht doch schon gut los mit der Trainingsplanung, denkt sie. Ja, aber erst werden noch verschiedene Eckdaten geliefert. Was es für Trainingsreize gibt, wann welcher Reiz gesetzt werden kann und was man in der Zwischenzeit mit sich und dem Pferd anfängt. Bis das Training Wirkung zeigt, erfährt die Frau beim weiteren Studium, muss man auf eine bestimmte Art dran bleiben. Also nicht einmal einen Trainingsreiz setzen und dann abwarten. Schade, finden die Frau und ich. Nach rund einem Monat zeigen sich erste positive Veränderungen. Wenn man alles richtig gemacht hat. Ich finde, das hört sich nach Arbeit an.

Aber erst mal ist die Frau weiter dran. Die lernt jetzt unterschiedliche Muskelfasern kennen, die auf unterschiedliche Art trainiert werden wollen. Thema Kraft vs Ausdauer: der Marathonläufer kann nicht gut Gewichte heben, obwohl er trainierte Muskulatur hat. Weitere Gegensätze, die angesprochen und genau erklärt werden: Faszientraining vs Muskeltraining beziehungsweise Mobilität vs Stabilität – man muss entscheiden, was das Pferd benötigt und dahingehend trainieren, denn beides kann beeinflusst werden. Ja und dann gibt’s die Trainingstipps für die Damen und Herren mit dem nicht ganz so idealen Exterieur. Erst werden die unterschiedlichen Exterieurmängel vorgestellt und dann wird ganz genau erklärt, was man wie trainieren sollte. Und wenn ihr mich jetzt entschuldigen würdet… die Frau kommt mit ihrem selbst erarbeiteten Trainingsplan, den sie an mir ausprobieren will. Und sehe ich da etwa ein Aufgabenheft?

Eckdaten: OsteoDressage ist die bewährte Kombi aus Claudia Weingand (Osteo) und Katharina Möller (Dressage). Claudia ist osteopathische Pferdetherapeutin und Katharina ist Trainer A FN. Außerdem hat sie zahlreiche Zusatzqualifikationen und ist eine anerkannte Ausbilderin. Wenn die beiden nicht gerade Pferde behandeln und sie gesund reiten, schreiben sie Bücher, geben Reitunterricht und Lehrgänge und machen Onlinekurse. Schaut mal hier* rein, es gibt da auch mehrere kostenlose Kurse. Und bei den anderen könnt ihr mit dem Rabattcode PFRIDOLIN10 zehn Prozent sparen. Der Rabattcode gilt für jeden Kurs und jedes Paket.

Der Onlinekurs Trainingsplanung und Exterieur * besteht aus vier Unterrichtseinheiten mit einer Laufzeit von insgesamt siebeneinhalb Stunden. Er ist geeignet für alle Reitweisen. Ergänzend gibt es vier pdf-Dokumente und eine Facebook-Gruppe zum Austausch. Außerdem können über die Kommentar-Funktion direkt Fragen an die Vortragenden gestellt werden. Der Kurs kostet 169,00 EUR. Wer mag, macht den Abschlusstest und bekommt ein Teilnahmezertifikat.

Pro: Das OsteoDressage DreamTeam hat es geschafft, unglaublich viel Wissen über Trainingslehre und Anatomie in vier spannende Lerneinheiten zu packen. Frau Weingand, Frau Möller und der obligatorische Schoßhund haben eine schöne Rollenteilung und es gibt immer was zu lachen. Frau Weingand ist für die Fremdwörter zuständig und Frau Möller bringt das Ganze so auf den Punkt, dass auch die sogenannte Besitzerin alles verstanden hat.

Contra: Zwischendurch wars mal n büschen dunkel in den Videos. Aber vielleicht war das auch Absicht, um eine muckelige Lernatmosphäre zu schaffen.

Fazit: Geballtes Fachwissen, unterhaltsam dargebracht! Und unvergessliche Erkenntnisse hinsichtlich des Musculus spinalis und seiner besonderen Funktion – ganz zu schweigen vom Lernzuwachs in punkto Anatomie. Jetzt kennt die Frau zum Beispiel den Unterschied zwischen Lumbosakralgelenk und Iliosakralgelenk, und wer weiß, wozu das nochmal gut ist.

Foto: Maresa Mader. Frau Möller und Fugitivo in Aktion.

* = Das ist ein Affiliate Link. Wenn ihr hierdrauf klickt und etwas kauft, kostet es euch nicht mehr, aber ich bekomme ein paar Cent für Möhren. Was toll wäre, weil dieses Schreiben nämlich total anstrengend ist. Und ich sehr arm bin. Der Ärmste eigentlich.

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